Clarke’s Gesetz und die Bewertung von Ideen

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In seinem Buch Profiles of the Future (1962) schrieb Science Fiction-Autor Arthur C. Clarke einen Satz, der heute als Clarke’s erstes Gesetz bekannt ist:

When a distinguished but elderly scientist states that something is possible, he is almost certainly right. When he states that something is impossible, he is very probably wrong.

In diesem Gesetz zeigen sich die zwei Seiten der Lebenserfahrung: Einerseits gibt sie einen Überblick, der Möglichkeiten erkennt, die andere nicht sehen, andererseits aber kann sie zu Betriebsblindheit und somit zu Ablehnungsfehlern führen.

Mit einer kleinen Abwandlung erhält man mit Clarke’s Gesetz eine wichtige Einsicht in die Bewertung von Ideen:

Wenn ein angesehener, aber älterer Mitarbeiter – im Gegensatz zur Mehrzahl seiner jüngeren Kollegen – behauptet, eine innovative Idee sei vielversprechend, dann hat er fast sicher Recht. Wenn er dagegen behauptet – im Gegensatz zur Mehrzahl seiner jüngeren Mitarbeiter – eine innovative Idee sei schlecht, dann liegt er fast sicher falsch.

Bei der Bewertung von Ideen spielt die Erfahrung ebenfalls eine wichtige, aber auch zweischneidige Rolle. Im letzten Artikel haben wir bereits gesehen, dass innovative Ideen sowohl positiv als auch negativ beurteilt werden können. Auf der optimistischen Seite können erfahrenere Menschen Vorteile in einer Idee erkennen, während andere sich eher von den Umsetzungshindernissen leiten lassen. Dies kommt zum Beispiel in dem Ford-Zitat “Besorgt mir Ingenieure, die noch nicht gelernt haben, was nicht geht!” zum Ausdruck (siehe den Beitrag Betriebsblindheit überwinden). Andererseits können lange Erfahrung und ein hohes Alter zu Betriebsblindheit, Bequemlichkeit und Widerstand gegen das Neue führen. In diesem Fall werden gute Ideen nicht erkannt, oder sie werden sogar aktiv blockiert.

In unserem Praxisalltag als Innovationsdienstleister erleben wir häufig während der Ideenfabriken diese zwei Seiten der Erfahrungs-Medaille. Daraus ergeben sich wichtige Konsequenzen für die Ideenbewertungsmethoden: sie müssen so gestaltet sein, dass die richtigen positiven Beurteilungen Gehör finden und die unpassenden negativen Beurteilungen nicht zu einem Ablehnungsfehler führen. Einfache gut/schlecht-Bewertungen oder Wahl- und Ranking-Verfahren reichen an dieser Stelle bei weitem nicht aus: die Bewertungsfragen müssen sorgfältig formuliert und die Selektion der besten Ideen differenziert vorgenommen werden. Nur so kann das volle Potential aller generierten Ideen erkannt und dokumentiert werden.

(Bildquelle: Arthur C. Clarke Foundation)

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