Archive for the ‘Ideen’ Category



Der Donnerstagsteppich

Graham am Samstag, den 24. Juli 2010

Dieses Foto habe ich im Business-Hotel René Bohn von BASF in Ludwigshafen aufgenommen. Es zeigt den Teppich im Fahrstuhl im Seminarbereich. Wie man an Hand der Aufschrift erkennen kann, wird dieser Fahrstuhlteppich jeden Tag gewechselt. Einen Teppich für jeden Tag der Woche zu haben war für mich eine Überraschung, denn es zählt zu unseren (jedenfalls zu meinen) grundlegenden Annahmen über Teppiche, dass es einem Ort nur einen davon gibt.

Wir haben in diesem Blog schon mehrere solche überraschende Ideen gezeigt, zum Beispiel ein Studententeppich aus Japan, 15 Anregungen fürs Business Development, überraschende Armbanduhren, oder Stadtwerbung durch selektive Reinigung.

Ein Weg, zu solchen Ideen zu kommen, sind die Provokationen. Provokationen sind gezielte Verfälschungen der bekannten Wirklichkeit. Um eine Provokation zu gewinnen, sind zwei Schritte erforderlich:

  1. Eine Beobachtung über die bekannte Wirklichkeit machen.

Keine Angst vor dem Ideenklau!

Graham am Sonntag, den 18. Juli 2010

Oft sind Menschen, die gerade eine gute Idee hatten, nicht dazu bereit, über ihre Idee zu sprechen. Sie haben Angst, dass ihnen die Idee gestohlen werden könnte.

Nach meiner Erfahrung ist diese Gefahr ziemlich gering, denn wirklich innovative Ideen stellen immer eine Herausforderung an den Status Quo dar, mit dem Ergebnis, dass sie von den meisten eher abgelehnt werden. Dies ist übrigens auch eines der schwierigsten Probleme in der Ideenfabrik: der Auftraggeber erzeugt wirklich gute Ideen aber lehnt sie sofort ab.

Zwei Zitate sollen diese Beobachtung untermauern:

Good ideas are not adopted automatically. They must be driven into practice with courageous patience.

(Gute Ideen werden nicht autmatisch übernommen. Sie müssen vielmehr mit Mut und Geduld implementiert werden.)

Hyman Rickover

Don’t worry about people stealing an idea. If it’s original, you will have to ram it down their throats.

Killer einer guten Idee

René am Montag, den 23. November 2009

Ich bin im Internet auf einen Cartoon gestoßen, der die Killer einer guten Idee anschaulich auf den Punkt bringt. So wie gute Ideen einerseits die richtige Umgebung brauchen um erfolgreich zu sein, gibt es andererseits auch die “passenden Killer” sie scheitern zu lassen:

(Klicken zum vergrößern)

Ideas Barriers

(Quelle: www.bildschirmarbeiter.com)

Zu diesem Thema passen auch diese drei Artikel:

Innovationsblocker: “Heilige Kühe”

Jana am Montag, den 12. Oktober 2009

Heilige Kuh

If an organization is to meet the challenges of a changing world, it must be prepared to change everything about itself except its basic beliefs. The only sacred cow in an organization should be the basic philosophy of doing business. ~Thomas J. Watson

Wenn eine Organisation auf die Herausforderungen einer sich verändernden Welt trifft, muss sie darauf vorbereitet sein alles zu verändern außer ihre Grundsätze. Die einzige heilige Kuh in einer Organisation sollte die Unternehmensphilosophie sein. ~Thomas J. Watson

Eine Innovation zieht immer eine Veränderung mit sich (novus steht für “neu” und innovatio “etwas neu Geschaffenes”). Veränderungen stören das Gewohnte und stoßen oft auf Widerstand. Mit diesem Widerstand wird jeder Innovator einmal die Bekanntschaft gemacht haben. Im folgenden Beitrag möchte ich von einem besonderen Widerstand schreiben – einer heiligen Kuh. Da heilige Kühe besonders für die Unternehmensentwicklung schädlich sein können, möchte ich erläutern, was eine heilige Kuh ist und warum sie die Unternehmensentwicklung behindert.

PO: Ideen generieren ist ein Kinderspiel!

Jana am Sonntag, den 07. September 2008

Vulkan

Wieso ist dieser Vulkan ein Hinweis auf die Leichtigkeit Ideen zu produzieren? Dieses Rätsel – lieber Leser – wird am Ende dieses Beitrags aufgelöst. Bis dahin bin ich auf Ihre Fantasie gespannt!

In diesem Blogbeitrag möchte ich mir den Mythos vornehmen, dass nur Kreative gute Ideen entwickeln können. Dem stimme ich nicht zu, denn jeder kann gute Ideen produzieren. Wir brauchen dazu nur die richtigen Fragen! Darüber die richtigen Fragen für Werbeideen zu stellen, hatte Graham in den Beiträgen Werbeideen durch extreme Konsequenzen und Werbeideen durch Zeitsprünge berichtet. Als Beleg dafür, dass dies auch für andere Aufgabenstellung durchführbar ist, möchte ich in diesem Beitrag

  • eine Ideenfindungsaufgabe studieren,
  • eine eigene Kreativitätstechnik dafür erstellen und
  • anschließend zum Test einige Ideen damit produzieren.

Die Ideenfindungsaufgabe:

Zunächst stellen wir uns vor, wir sind Verantwortliche eines der führenden Computerspielhersteller. Da der Wettbewerb hart ist, müssen wir ständig neue Spielideen auf den Markt bringen. Unsere Ideenfindungsaufgabe lautet daher: Wir suchen Ideen für Computerspielszenarien.

Werbeideen durch extreme Konsequenzen

Graham am Samstag, den 06. September 2008

2357-beschleunigung.jpg

Im Artikel Werbeideen durch Zeitsprunge habe ich die Arbeit von Goldenberg, Mazursky und Solomon besprochen. Sie haben viele Werbebilder untersucht und sechs Eigenschaften identifiziert, die ihrer Meinung nach erfolgreiche Plakate und Spots charakterisieren. Diese Eigenschaften kann man als Anregungen zur Entwicklung von Werbeideen nutzen.

Eine der sechs Eigenschaften nennen die drei Wissenschaftler extreme Konsequenzen. Hier heißt es, ein Bild zu entwickeln, das übertriebene Konsequenzen eines Attributs des beworbenen Produktes zeigt. Laut ihrer Untersuchungsergebnisse wurden etwa 18% aller Spitzenwerbebilder nach diesem Muster gestaltet.

Im Bild oben sehen wir Werbung der Volkswagen AG für den Golf TDI. Die Werbebotschaft ist, dass dieses Auto eine “unglaubliche Beschleunigung” besitze. Nun kann man sich überlegen, was die extremen Konsequenzen einer unglaublichen Beschleunigung sein könnten. Die von Volkswagen (bzw. ihrer Werbeagentur) favorisierte Lösung zeigt einen Hund auf der Rücksitzbank, der durch die Beschleunigung des Autos in die Spalte zwischen Sitzfläche und Rückenlehne gedrückt wird.

Charles Goodyear – “Failure is not an option”

Jana am Sonntag, den 10. August 2008

Charles Goodyear

Auf der Suche nach Innovationserfolgen stieß ich auf eine echte Ideenverfechter-Geschichte des Erfinders des Vulkanisationsverfahrens, Charles Goodyear. Dieses Verfahren wird heute bei der Verarbeitung von Kautschuk angewendet, um ihn zu härten. Erst dadurch kann dieser als Hartgummi in Form von Gummistiefeln, Taucheranzügen, Reifen, u.v.m. genutzt werden.

Zu Beginn allerdings war es aber gar nicht so klar, dass man aus Kautschuk überhaupt ein brauchbares Material herstellen kann …

1830 gab es ein regelrechtes Kautschuk Fieber. Der neue Stoff war für die Industrie zunächst faszinierend, da er wasserabweisend war. Viele neue Unternehmen sind entstanden, die sich mit Produkten aus Kautschuk beschäftigten. Allerdings platzte die anfängliche Euphorie als man feststellte, dass der Kautschuk im Winter hart wie Stein (und dadurch brüchig) und im Sommer weich wie Kleber wurde. Investoren verloren Millionen. Amerika war mit dem importierten Stoff aus Brasilien “durch”.

Mythen der Kreativität in der Organisationskultur

Jana am Sonntag, den 27. April 2008

Genie in der Wunderlampe

Mythen der Kreativität – gibt es sie immer noch? Vor drei Jahren bin ich auf eine Veröffentlichung von Teresa Amabile gestoßen. Amabile ist die Leiterin für Entrepreneurial Management an der Harvard Business School und Expertin für Kreativität in Unternehmen. Da ich ihre Erkenntnisse im heutigen Zeitalter zur Gestaltung einer Organisation für sehr wesentlich halte, möchte ich einige Ergebnisse von Teresa Amabiles Arbeit hier vorstellen.

In einer Studie von 1999 beschäftigte sich Amabile mit folgenden Fragen:

  1. Woher kommen bahnbrechende Ideen in Unternehmen?
  2. Welche Art von Arbeitsumgebung erlaubt es Ideen zu fördern?
  3. Wie können Führungskräfte eine kreative Atmosphäre schaffen?

12.000 tägliche Berichte von 238 Menschen gaben ihr Auskunft über die Arbeit, die Arbeitsumgebung und hemmende wie fördernde Faktoren für Ideen. Ihr Fazit: hartnäckig halten sich sechs Mythen über Kreativität in der Wirtschaft. Allerdings kann durch ein cleveres Management die kreative Arbeit im Unternehmen maßgeblich gesteigert werden.

Innovationsquelle: “Unmögliches” – Teil II

Graham am Freitag, den 11. April 2008

Unmöglich?

In ihrem Beitrag Innovationsquelle: “Unmögliches” hat Jana berichtet, wie eine völlig unmögliche Idee (der Anbau von Heroin in einem städtischen Park) zu einem nützlichen Vorschlag führen konnte.

Jeffrey Phillips zitiert in seinem Blog “Innovate on Purpose” einen ähnlichen Fall aus dem Buch Think Better von Tim Hurson:

Ein Unternehmen suchte neue Methoden, um Glasprodukte zu verpacken. Bisher wurden alte Zeitungen verwendet, und die Anzahl der Brüche war hoch. Beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, dass die Verpacker beim Verpacken die Zeitungsseiten lasen und dadurch abgelenkt wurden. Während einer Ideenfindung schlug jemand vor, den Verpackern die Augen auszustechen. Natürlich ist dieser Beitrag als ernst gemeinter Vorschlag völlig unmöglich. Als Provokation war er aber interessant, denn er brachte die Teilnehmer auf die Idee, Menschen zu beschäftigen, deren Sehkraft eingeschränkt war. Da diese Menschen eine erhöhte taktile Sensibilität haben, würden sie die Glasprodukte ohnehin sorgfältiger behandeln. Die Idee wurde implementiert, und das Unternehmen konnte dadurch Kosten sparen.

Vernachlässigtes Mitarbeiter-Know-how

René am Donnerstag, den 13. März 2008

Firmen vergeuden Milliarden

Erst vor kurzem haben wir über “Mitarbeiter als Innovationslieferanten” berichtet und schon fanden wir einen weiteren Beitrag über das hohe Potential der Mitarbeiter: Die Süddeutsche Zeitung schreibt in einem Artikel über “Firmen vergeuden Milliarden“. Dieser Artikel berichtet über das unzureichende Ideenmanagement und die damit vergeudeten Einsparungen in Milliardenhöhe.

Mit dem Ideenmanagement ist das Management von Verbesserungsvorschlägen gemeint. Verbesserungsvorschläge kommen immer von Mitarbeitern des eigenen Unternehmens. Sie entdecken überflüssige oder nicht optimal funktionierende Prozesse und melden diese meist in Kombination mit einem Verbesserungsvorschlag. Als Gegenleistung und Motivation erhalten die Mitarbeiter eine Prämie.

Die “Milliarden” an Einsparpotential berechnete das Deutsche Institut für Betriebswirtschaft (dib) aus ihrer jährlichen Umfrage in vielen deutschen Unternehmen.

Unserer Meinung nach ist das Potential im Verbesserungswesen sogar noch viel höher. Der Grund: Um einen nicht optimal funktionierenden Prozess überhaupt zu entdecken, müssen Mitarbeiter selbstständig ihre eigene Betriebsblindheit, geprägt durch langjährige Erfahrung und Regeln im Unternehmen, überwinden und die Prozesse hinterfragen. Wir meinen: Bisher geschieht dies zufällig.


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