Archive for the ‘Kommentar’ Category



Innovationskultur im Unternehmen der Zukunft

Graham am Freitag, den 16. Oktober 2009

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Harvard Business School Professor Bill George zitiert in seinem Blog den bekannten Management-Autor Gary Hamel. Hamel hat neulich einen Vortrag beim World Economic Forum über die Zukunft des Managements gehalten.

In diesem Vortrag hat Hamel die These vertreten, dass wir uns gegenwärtig im Umbruch von der wissensbasierten Wirtschaft zur kreativitätsbasierten Wirtschaft befinden. Dieser Umbruch wird eine Reihe von radikalen Änderungen im Management nach sich ziehen. In der Zukunft wird es die Rolle des Managements sein, Kreativität und Begeisterung zu fördern und alte Zöpfe, die Flexibilität und Dynamik behindern, abzuschneiden. Dieser Wandel ist notwendig – so Hamel – weil diese Faktoren Voraussetzungen für Innovationsfähigkeit sind, und Innovationsfähigkeit wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor avancieren.

George zitiert elf Thesen von Hamel, die das Unternehmen von morgen charaktierisieren werden:

  • Everyone gets heard
  • Commitment is voluntary
  • Power is granted from below
  • The tools of creativity are widely distributed

Ein Moment der Wahrheit bei Southwest

Graham am Montag, den 21. September 2009

In einem früheren Artikel haben wir über “Momente der Wahrheit” als Ansatzpunkte für Dienstleistungsinnovationen berichtet.

In diesem Video sehen wir, wie ein Flugbegleiter von Southwest Airlines in USA einen Moment der Wahrheit auf seine eigene, sehr persönliche Weise gestaltet.

Fluggesellschaften und Flughäfen sind für ihre kundenfeindlichen Dienstleistungen berüchtigt und sind daher reif für Innovationen. Ich bin gespannt, wann wir den ersten rappenden Flugbegleiter bei der Lufthansa erleben werden!

Link zum Video bei YouTube: http://bit.ly/23umc

Wir wissen nicht, was nicht geht…

Nance und Marcus am Mittwoch, den 13. Mai 2009

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“Herr Müller, ich finde Ihre Idee großartig. … Schreiben Sie die auf! … Wo liegt das Problem der bestehenden Lösung? … Bei der Logistik. … Was wäre, wenn?! …”

…so könnte ein Teamgespräch zwischen uns und einem Auftraggeber in einem Innovationsworkshop beginnen. Wir sind junge Menschen, die freiberuflich für Zephram tätig sind. Viele Fachrichtungen treffen aufeinander (Informatik, Kulturwissenschaften, Maschinenbau, Design, Journalismus, etc.). Wir sind kommunikationsfreudig, interessiert, offen und neugierig. Diese Eigenschaften brauchen wir, denn nicht selten geht es um Produktentwicklungen für das Jahr 2020. Auf der fachlichen Ebene unterstützen wir die Auftraggeber in der Ideenproduktion mit Perspektivwechsel und durch die Moderation von Teams. Dafür kennen wir uns als Idea Engineers mit dem Ideenproduktions-Prozess sehr gut aus.

Was können wir von Siemens lernen?

René am Sonntag, den 10. Mai 2009

Peter Löscher

Unsere Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat auf der diesjährigen Hightech-Strategie-Konferenz Ihre Initiative zur Steigerung der Innovationsfähigkeit in Deutschland vorgestellt. Ziel dabei ist, den deutschen Unternehmen eine gute Ausgangssituation für die Weltwirtschaft nach Krise zu ermöglichen.

Eine der von Frau Schavan genannten Maßnahmen ist ein innovationsfreundlicheres Steuersystem. Darin stellt sie Steuerermäßigungen als Anreiz für forschende Unternehmen vor und erhofft sich zusätzliche Wachstumseffekte für unsere Wirtschaft: „Das bringt mehr als es kostet“.

Diese Maßnahme begrüßte der Siemens Vorstandschef Peter Löscher bereits auf der Konferenz mit den Worten: „Wir würden das für den Ausbau unserer Innovationsführerschaft nutzen“.

Was können wir von Siemens lernen?

Ich glaube, wir können zwei Sachen lernen: Erstens das Vorwärtsdenken. Gerade jetzt in der Krise sollten wir Gelegenheiten erkennen, prüfen und ergreifen. (Etwas Ähnliches hat auch Jana mit ihrem Artikel „Angriff ist die beste Verteidigung“ zum Ausdruck gebracht.) Und zweitens: Deutschland ist als Innovationsland auf Forschung und Entwicklung angewiesen. Wenn wir aufhören würden zu forschen und zu innovieren, würden wir eingeholt.

Braucht Innovation eine Ethik?

Graham am Sonntag, den 15. März 2009

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Wie ich in einem früheren Beitrag erwähnte, war ich vor ein paar Wochen in Dubai. Dort habe ich am Postgraduate Institute of Management einen Vortrag über Innovation gehalten.

Nach dem Vortrag hat mich ein Student gefragt, ob Innovation denn immer gut sei. Ich habe zunächst mit “ja” geantwortet und das klassische Schumpetersche Argument zitert, dass durch Innovation Fortschritt möglich wird. Der Student gab dann als Gegenbeispiel die innovativen Finanzprodukte wie Collateralized Debt Obligations an, die zur gegenwärtigen weltweiten Finanzkrise geführt haben. Der Student meinte, dies seien Innovationen, die es wohl besser nicht gegeben hätte. Dieses Beispiel hat mich zum Nachdenken gebracht.

Das gängige Beispiel für die Fragwürdigkeit des Nutzens von Innovationen ist bei der Waffentechnik. Nach 1945 galt dies besonders für Atomwaffen, und es ist viel Kritik an die Mitarbeiter des Manhattan Projects gerichtet worden, die die erste Atombombe gebaut haben. Die Problematik wurde auch von Friedrich Dürrenmatt in seinem berühmten Schauspiel Die Physiker verarbeitet.

The Lead Non-User Method

Graham am Dienstag, den 10. März 2009

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Innovation researcher Eric von Hippel introduced the concept of the Lead User in 1986 as part of his research in User Innovation. Lead Users are those customers who have the most advanced needs and are therefore most likely to be interested in innovations to the product they are buying.

This insight gave rise to the Lead User Method, whereby Lead Users are integrated into the ideation process. The underlying assumption is, that because of their superior motivation and knowledge, Lead Users will be able to supply the best ideas for product innovations. The Lead User Method is one of the most commonly cited examples of Open Innovation.

Die Finanzkrise: Hochkonjunktur für den Ideenmanager

Graham am Sonntag, den 08. März 2009

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Alle Welt spricht zur Zeit von der Finanzkrise, die vielerorts Kurzarbeit und Kündigungen zur Folge hat. Es gibt aber eine Berufsgruppe, die von der aktuellen Situation profitieren müsste: die Ideenmanager.

Der Ideenmanager hat die Aufgabe, in einem Unternehmen die Ideen der Mitarbeiter zu sammeln und zu beurteilen. Diese Ideen können zur Verbesserung aller Aspekte des Unternehmens dienen.

In Deutschland geht das Ideenmanagement auf den Unternehmer Alfred Krupp zurück, der 1872 verkünden ließ:

Anregungen und Vorschläge zu Verbesserungen [...] sind aus allen Kreisen der Mitarbeiter dankbar entgegen zu nehmen und durch Vermittelung des nächsten Vorgesetzten an die Procura zu befördern, damit diese ihre Prüfung veranlasse.

Ideenmanagement hieß lange Zeit (und mancherorts immer noch!)  betriebliches Vorschlagswesen; erst in letzter Zeit hat es den moderneren Namen erhalten.


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