Durch eine Provokation zu einer Geschäftsidee

anti-graffiti

Manche Guerilla-Marketing-Kampagnen setzen Graffiti ein. Graffiti gilt aber als öffentliches Ärgernis und ist in vielen Ländern illegal. IBM hat beispielsweise für eine solche Werbeaktion eine Strafe bezahlen müssen.

Die Firma Street Advertising Services (SAS) aus England hat durch eine Provokation vom Typ Umkehrung eine clevere Geschäftsidee entwickelt. Ausgehend von der Beobachtung

  • Graffiti ist eine Verunreinigung der Oberfläche

lässt sich mit Hilfe einer Umkehrung die Provokation

  • PO: Durch Graffiti wird die Oberfläche sauberer

ableiten. Das Ergebnis: Graffiti-ähnliche Werbebotschaften auf Straßen und Mauern durch Entfernen des Schmutzes! Mit Hilfe eines Hochdampfreinigers und einer Schablone werden die Bilder nachts angebracht. Nach Auskunft von SAS sind die Bilder umweltfreundlich; sie verschwinden allmählich, wenn die sauberen Stellen langsam wieder verschmutzen.

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Kompaktwissen Idenfindung

 

 

Fight for Kisses

Der Rasiererhersteller Wilkinson Sword hat einen ideenreichen Werbespot für seinen neuen Rasierapparat Quattro Titanium produzieren lassen.

Das Drehbuch zum Spot finde ich hervorragend gemacht; es enthält viele Filmzitate und Witze und ist perfekt inszeniert. Es verwendet einige Analogien und Provokationen – beides wichtige Prinzipien der Ideenfindung. Die Prämisse für die Handlung bildet beispielsweise die Provokation: PO Väter und Söhne sind Feinde.

Werbung würde mir jedenfalls deutlich mehr Spaß machen, wenn alle Spots so ideenreich wären wie dieser.

Ein Trittstein für das Herstellen von Ideen

Trittsteine für Gedanken

Menschen in unserer Umgebung sind Äußerungen sehr bekannt, die ähnlich sind wie PO: Das Cockpit eines Flugzeugs ist hinten. Erst vor ein paar Tagen wollte ich einen Blog-Beitrag schreiben, der ursprünglich lauten sollte: PO: Kreativität braucht Schranken.

Denn Aussagen, die wir mit PO: … einleiten, haben immer das Ziel die eigene Betriebsblindheit zu überwinden. PO steht dabei für provocation operation und wurde von dem berühmten Kreativitäts- forscher Edward de Bono erfunden. Das Wort kann nach folgenden Regeln verwendet werden:

  • Aussagen ermöglichen, ohne eine Begründung dafür abzugeben.
  • Aussagen zu nutzen, die keine Bedeutung haben.
  • Aussagen zuzulassen, die rational nicht erreichbar sind.

Die normale Reaktion auf die Aussage Das Cockpit ist hinten, wäre Ablehnung (z.B. hätten Flugzeugingenieure oder Piloten vermutlich geantwortet: Das geht nicht!).

Einstein über Ideen

Albert Einstein

Albert Einstein soll einmal gesagt haben,

Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorn herein ausgeschlossen erschien.

Gute Ideen stoßen zunächst oft auf Widerstand. Eine gute Idee ist innovativ, und das, was innovativ ist, stellt automatisch eine Herausforderung an das bisherige Weltbild dar. Dies gilt gleichermaßen für die Relativitätstheorie von Einstein wie für innovative Vorschläge für Prozessverbesserungen oder Produktinnovationen im Unternehmen. Die Innovationsliteratur ist voller Beispiele hierfür, und wir werden in diesem Weblog hin und wieder einige davon vorstellen.

In unseren Ideenfabriken staunen wir manchmal darüber, wie schnell und wie energisch Widerstände gegen gute Ideen aufbaut werden. Dies kann schnell zu den berühmten Killerphrasen führen, die so tödlich sind für die Ideenproduktion. Oft scheint es, als hätte manch einer regelrecht Angst vor den guten Ideen seiner Kollegen. Als Gestalter des Ideenprozesses müssen wir dafür sorgen, dass solche unberechtigten Widerstände die Qualität der Ideenbewertung nicht beeinträchtigen, und als Moderatoren müssen wir dafür sorgen, dass keine Killerphrasen artikuliert werden.