Ideenbewertung mit Punkte kleben
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ideenbewertung mit punktekleben

Punkte kleben ist die wohl beliebteste Methode zur Bewertung von Ideen. Sie ist sehr einfach und geht schnell. Sie eignet sich im Ideenworkshop, um die beliebtesten Ideen zu identifizieren, nicht aber, um eine endgültige Auswahl zu treffen.

Um das Verfahren durchzuführen, müssen alle zu bewertenden Ideen ausgestellt sein. Typischerweise sind die Ideen einzeln auf Blättern oder Moderationskarten geschrieben und an Pinnwände gepinnt. Jeder Workshopteilnehmer erhält eine bestimmte Anzahl von Klebepunkten, die er auf die Ideen verteilen darf. Am Ende ist für jeden schnell ersichtlich, welche Ideen die meisten Punkte erhalten haben und demzufolge am beliebtesten sind.

Punkte kleben geht schnell und ist sehr einfach, was vermutlich ihre Beliebtheit begründet. Es ist auch ein transparentes Verfahren, da jeder sehen kann, was die anderen tun. Diese Eigenschaft bringt aber auch Nachteile mit sich:

  • Herdentrieb. Die Erfahrung zeigt, dass die ersten Ideen, die Punkte erhalten, einen Vorteil haben, weil die nachkommenden Workshop-Teilnehmer diese Ideen zuerst ansehen.
  • Bewertungsbefürchtung. Teilnehmer können Angst haben, für eine kontroverse Idee zu stimmen, aus Angst vor den Reaktionen der anderen.
  • Chef-Effekt. Es ist in manchen Organisationen schwer für Mitarbeiter, anders abzustimmen als der Chef es tut.
  • Stimmenverwässerung. Gibt es zwei oder mehr ähnliche Ideen, könnten sich die Stimmen auf beide verteilen, mit dem Ergebnis, dass jede von ihnen schwächer abschneidet, als wenn es nur eine von ihnen gegeben hätte.

Darüber hinaus kann das Punktekleben keine Bewertungskriterien oder andere aufgabenspezifischen Vorgaben berücksichtigen. Damit bleibt es unklar, weshalb eine Idee eine bestimmte Anzahl von Stimmen erhalten hat. Es ist auch dadurch für die Teilnehmer möglich, abzustimmen, ohne die Kriterien zu beachten, was zu einem verfälschen Ergebnis führt.

Das Verfahren kann in einer Ideenfabrik verwendet werden, um spontan die Beliebtheit der Ideen zu ermitteln, für eine Ideenauswahl eignet sich das Verfahren jedoch nicht.

 

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