Innovationsprozesse bevorzugen Mittelmaß

probabilities 2Seth Godin hat einmal geschrieben, Es gibt keine Korrelation zwischen der Qualität Ihrer Idee und der Wahrscheinlichkeit, dass sie von Ihrer Organisation verwirklicht wird. Wir glauben – zumindest für große Organisationen – dass die Situation sogar noch schlimmer ist.

Nach unserer Erfahrung gibt es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen der Qualität einer Idee und der Wahrscheinlichkeit für ihre Verwirklichung. Verschiedene Kräfte im Unternehmen sorgen dafür, dass der Innovationprozess mittelmäßige Ideen bevozugt.

Schlechte Ideen sollten natürlich niemals verwirklicht werden. Allein der gesunde Menschenverstand reicht in der Regel, schlechte Ideen zu erkennen. Allerdings kommt es dennoch gelegentlich vor. Der Grund dafür ist ein fehlerhaftes Innovationsmanagement, das es versäumt, die schlechten Ideen rechtzeitig zu eliminieren. Zombie-Projekte gehören zu dieser Kategorie.

Ideenbewertung mit Punkte kleben

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Punkte kleben ist die wohl beliebteste Methode zur Bewertung von Ideen. Sie ist sehr einfach und geht schnell. Sie eignet sich im Ideenworkshop, um die beliebtesten Ideen zu identifizieren, nicht aber, um eine endgültige Auswahl zu treffen.

Um das Verfahren durchzuführen, müssen alle zu bewertenden Ideen ausgestellt sein. Typischerweise sind die Ideen einzeln auf Blättern oder Moderationskarten geschrieben und an Pinnwände gepinnt. Jeder Workshopteilnehmer erhält eine bestimmte Anzahl von Klebepunkten, die er auf die Ideen verteilen darf. Am Ende ist für jeden schnell ersichtlich, welche Ideen die meisten Punkte erhalten haben und demzufolge am beliebtesten sind.

Punkte kleben geht schnell und ist sehr einfach, was vermutlich ihre Beliebtheit begründet. Es ist auch ein transparentes Verfahren, da jeder sehen kann, was die anderen tun. Diese Eigenschaft bringt aber auch Nachteile mit sich:

Eine Checkliste zur Ideenbewertung

checkliste ideenbewertung

Die Ideenbewertung ist eine kritische Phase in einem Innovationsprojekt. Fehler können zu verpassten Chancen oder großen Verlusten führen. Wir bieten hier eine Checkliste, was bei der Bewertung von Ideen zu beachten ist.

Grundsätzliches

Fragen, die bei der Ideenbewertung grundsätzlich zu beachten sind:

  • Angemessenheit zur Ideentiefe: Ist die gewählte Bewertungsmethode für den Detaillierungsgrad der Ideen angemessen? (Rohideen können mit einfachen Methoden bewertet werden, vertiefte Ideen sollten mit aufwendigeren Methoden bewertet werden.
  • Angemessenheit zur Ideenauswahl: Passt die Art der Bewertungsergebnisse zu der geplanten Auswahlmethode? (Z.B. gewünschte Anzahl von „Siegerideen“)
  • Handlungsorientierung: Werden die Bewertungsergebnisse dazu geeignet sein, im Anschluss entsprechende Handlungen auszuführen? (Z.B. implementieren, verwerfen, etwas Bestimmtes recherchieren, abwarten)
  • Ideenbeschreibung: Sind die Ideen ausführlich genug beschrieben, um die geplante Ideenbewertung durchführen zu können? (Je anspruchsvoller die Bewertung, desto ausführlicher müssen die Beschreibungen sein.)

Inhalt

Welche Aspekte sollten bei der Bewertung von Ideen berücksichtigt werden?

Kompaktwissen Ideenbewertung

kompaktwissen ideenbewertung

Was heißt, Ideen bewerten?

Am Anfang des Innovationsprozesses entstehen Ideen aus vielen Quellen, z.B. aus dem Ideenmanagement oder als Ergebnis eines Innovationsworkshops. Im kleineren Kontext entstehen Ideen auch als Output eines Ideenworkshops. Typischerweise werden Dutzende oder sogar Hunderte von Ideen produziert, von denen nur einige wenige, oder vielleicht nur eine einzige verwirklicht werden soll.

Damit die besten Ideen ausgewählt werden, müssen sie vorher bewertet werden, denn eine gute Auswahl setzt eine treffende Bewertung voraus. Ideen zu bewerten heißt also eigentlich zwei getrennte Aufgaben zu haben: die Zuordnung einer Wertung zu den Ideen und die Auswahl der Siegerideen. (Im Idea Engineering legen wir auch großen Wert auf diese Unterscheidung!) Da aber diese beiden Schritte oft vermischt werden und im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff „Ideenbewertung“ häufig auch für die Ideenauswahl verwendet wird, werden wir hier beides betrachten.

Bewertung von Geschäftsideen mit der 7K-Checkliste

7k-checklisteDie Bewertung von Geschäftsideen

Die Bewertung von Geschäftsideen ist eine oft unterschätzte Aufgabe im Innovationsprozess. Es müssen viele verschiedene Kriterien beachtet werden, und eine einzige falsche Einschätzung kann zum Scheitern des Innovationsprojektes führen. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung in mehreren Phasen; beim traditionellen Innovationsmanagement in Form eines Stage-Gate-Prozesses und bei moderneren Ansätzen nach den Prinzipien der Discovery-Driven Innovation.

Für einen traditionellen Innovationsansatz bietet die 7K-Checkliste eine Orientierung für die erste Bewertungsphase. Durch die Gleichheit der Erstbuchstaben hat die 7K-Checkliste den weiteren Vorteil, leicht merkbar zu sein.

Die 7K-Checkliste

Die 7K-Checkliste hat die folgenden sieben Einträge:

  • Kundennutzen
  • Konkurrenzvorteile
  • Kundenpotenzial
  • Kompetenzen
  • Kommunikation
  • Kosten
  • Kapital

Die Einträge erscheinen hier in einer Reihenfolge, in der sie zweckmäßigerweise abgearbeitet werden sollten.

Wenn der Dissens trügt

Stellen Sie sich vor, Sie sind Innovationsmanager in einem produzierenden Unternehmen. In Ihrer Ideenpipeline befindet sich der Vorschlag, dass Sie Ihr Produkt um eine Dienstleistung ergänzen sollten. Sie haben zwei Kollegen um ihre Meinung zu diesem Vorschlag gebeten. Ein Kollege antwortet, dass die Idee schlecht ist und verworfen werden soll, der andere ist der Meinung, dass es sich um eine gute Idee handelt. Was wissen Sie jetzt?

Wahrscheinlich weniger, als Sie denken.

[Wahrscheinlich haben Sie inzwischen bemerkt, dass sich dieser Beitrag dem letzten zum Thema Falscher Konsens stark ähnelt. Tatsächlich geht es hier um einen sehr ähnlichen Fall, der zwar die selbe Ursache hat aber andere Folgen.]

Um diese Behauptung zu begründen, schauen wir uns ein Beispiel an:

Falscher_Dissens_1