Ideen produzieren mit der Zufallstechnik
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zufallstechnik

Der einfachste Perspektivwechsel in der Ideenproduktion ist der Zufall. Er wird auch sehr oft verwendet: Er ist in allen Büchern über Kreativitätstechniken zu finden.

Das Prinzip der Methode ist einfach: Zufällige Inputs werden verwendet, um Ideen anzuregen. Für die Wahl der Zufallsinputs sind kaum Grenzen gesetzt; Typische Beispiele sind:

  • Bilder
  • Wörter
  • Personen
  • Fantasiefiguren

Die klassische Variante der Zufallstechnik in der Ideengenerierung verwendet ein Lexikon als Quelle für Wörter oder ein Warenkatalog als Quelle für Bilder. Es gibt auch speziellere Quellen für Zufallsanregungen, die sich dann anbieten, wenn die Ideenfindung eine besondere Inszenierung erhalten soll. Ein Beispiel dafür sind ägyptische Hieroglyphen.

Lautet die Aufgabe beispielweise, Ideen für einen Supermarkt zu entwickeln, die ihn für seine Kunden attraktiver machen. Zufallskonzepte und daraus entstehende Ideen könnten dann sein:

  • Schwein: An der Kasse könnten Sparschweine für die Kinder von Stammkunden aufgestellt werden.
  • Museum: Der Supermarkt könnte eine Vitrine aufstellen mit interessanten Ausstellungsstücken.
  • Schloss: Der Supermarkt könnte Gemälde oder Fotos von lokalen Künstlern an seinen Wänden präsentieren.

Der Vorteil der Zufallsmethode ist, dass sie sehr einfach ist und – theoretisch zumindest – unerwartete und innovative Ideen ergeben kann.

Nachteil der Technik ist, dass die Streuverluste sehr hoch sind: Es müssen sehr viele Ideen entstehen, bis eine Gute dabei ist. Darüber hinaus ist die Technik für anspruchsvolle Ideenfindungsaufgaben sehr anstrengend, denn die Anwendung der Anregung ist nicht offensichtlich (Wie hilft beispielsweise „Tintenfisch“ bei der Suche nach patentierbaren Erfindungen in der Verkehrsautomatisierung?)

Die Zufallstechnik eignet sich unserer Meinung nach nur für offene Aufgaben, bei denen das Spektrum an zulässigen Lösungen sehr groß ist. Eine Beispielaufgabe, bei der die Methode gut einsetzbar ist, ist die Ideenfindung für einen Polterabend. Da wir aber nur selten solche Kundenaufträge haben, kommt die Methode bei uns so gut wie nie zum Einsatz.

 

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