Innovationsarten: Unsere Definitionen

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Definitionen von Innovation

Es gibt viele nützliche und weniger nützliche Definitionen von Innovation. Wir bieten hier vier an, die aus unserer Sicht am sinnvollsten sind.

Die Verwandlung einer Idee in ein Angebot, das für den Empfänger wertvoll ist

Die erfolgreiche Einführung von etwas, was neu und nützlich ist

Auf neue Art und Weise Nutzen stiften

Die Herbeiführung eines neuen Zustands, der besser ist, als der vorherige

Wichtig sind unserer Meinung nach die Aspekte der Neuheit und der Verbesserung.

Innovation kann nach unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden, was zur Definition von unterschiedlichen Innovationsarten führt.

Gegenstand der Innovation

Die wohl geläufigste Einteilung der Innovationsarten betrifft den Gegenstand der Innovation. Es gibt hier vier wesentliche Kategorien.

Produktinnovation

Die Produktinnovation betrifft Neuerungen bei Sachgütern.  Diese können entweder neue Produkte sein oder Verbesserungen an bereits bestehenden Produkten.

Beispiele für disruptive Technologien

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Disruptive Technologien sind solche, die zu disruptiven Innovationen führen. Sie stellen den Marktführer vor ein Innovator’s Dilemma, das er im ungünstigsten Fall nicht überlebt.

Vergangenheit

Einige Technologien, die in der Vergangenheit alte Geschäftsmodelle und Berufe verdrängt haben:

  • Die Dampfmaschine ermöglichte unter anderem die Eisenbahn und die Industrielle Revolution.
  • Die Glühlampe macht elektrische Beleuchtung allgemein verfügbar und die Gasbeleuchtung überflüssig.
  • Der Verbrennungsmotor ermöglichte unter anderem das Automobil und das Flugzeug.
  • Die MP3-Kodierung und andere Komprimierungsalgorithmen die effiziente Speicherung und Übertragung von Medieninhalten.
  • Der Mikroprozessor ermöglichte den PC und die Automatisierung.
  • Der Transistor ermöglichte eine Vielzahl elektronischer Produkte wie das Taschenradio, das den Aufstieg von Sony ermöglichte.
  • Der Webstuhl veränderte die Textilindustrie: Die Preise stürzten, die Produktivität stieg rapide, und Heimarbeit wurde durch Fabrikarbeit ersetzt.

Beispiele für Disruptive Innovation

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Historische Beispiele für disruptive Innovation

Einige bekannte Beispiele für disruptive Innovationen der Vergangenheit sind:

  • Das Dampfschiff hat das Segelschiff ersetzt. Die ersten Dampfschiffe fuhren Ende des 18. Jahrhunderts auf Flüssen. Hundert Jahre später hatten sie Segelschiffe komplett ersetzt – bis hin zu den größten Schlachtschiffen.
  • Das Automobil hat das Pferd als privates Transportmittel abgelöst. Die ersten Autos gab es um 1880. Als Henry Ford sie 1908 durch die Fließbandfertigung für viele Menschen erschwinglich machte, dauerte es nur noch zwei Jahrzehnte, bis das Pferd als Transportmittel und die damit verbundenen Industrien wie Sattelmacher und Kutschenbauer praktisch ausgestorben waren.
  • Die CD hat die Schallplatte als Tonträger innerhalb weniger Jahre ersetzt. Damit gab es keinen Bedarf mehr für Schallplattenspieler.
  • Flachbildschirme haben Kathodenstrahlröhren in Fernsehern und Computer-Monitoren ersetzt. Diese Innovation wurde durch die LCD-Technologie möglich gemacht.

Weniger Berichte, mehr Innovation

Aktiengesellschaften in der EU und in USA sind gesetzlich dazu verpflichtet, jedes Quartal einen Aktionärsbericht zu veröffentlichen. Die Absicht hinter dieser Vorschrift war, Transparenz für die Eigentümer und die Öffentlichkeit über die aktuelle Lage des Unternehmens zu erhöhen. Ein negativer Effekt dieser Regelung ist allerdings, dass die Vorstände – und damit alle Entscheider unter ihnen – stark fixiert sind auf die Quartalergebnisse. Um negative Presse und Kritik besonders der institutionellen Anleger zu vermeiden, wird kurzfristig gehandelt auf Kosten von langfristigen Investitionen.

Dieses Verhalten wirkt sich insbesondere auf die Innovation negativ aus. In der kurzfristigen Sicht sehen Innovationsprojekte wie Kosten aus, denen kein Ertrag gegenüber steht. Die Vorstandvorsitzenden zweier großer britischer Unternehmen, Steve Holliday (National Grid PLC) und Paul Polman (Unilever) haben öffentlich erklärt, dass die Pflicht zu Quartalsaussagen das langfristige Handeln beeinträchtigt. Mehr als einmal haben wir von Kunden sinngemäß gehört „das ist zwar eine sehr gute Idee, aber in diesem Quartal dürfen wir nichts unternehmen.“

You would think it was obvious …

When advising companies and startups about planned new products, we often find ourselves repeating the same basic advice. This motivated us to develop the diagram shown above, which shows

  • customer needs
  • the competition’s product
  • the client’s own product

as well as the various overlaps between them.

Each of the resulting seven areas has its own interpretation with regard to planned or actual product features:

  • Shared must-haves. Not implementing these features would place a supplier at a serious disadvantage, since customers will view them as necessary.
  • Our stupidity. These are the product features a company is planning to implement which are of no interest to the customer and the competition has (quite sensibly) not implemented. These are simply wasteful and should be removed from the task list.

Wo kein Druck, da keine Innovation

voltolina

Dieses Bild setze ich häufig in Präsentationen ein, um zu zeigen, dass Innovation (auch) eine Frage des Wettbewerbsdrucks ist.

Das Bild ist etwa 1350 entstanden und zeigt eine Vorlesung in einer Universität. Vorne steht ein Dozent hinter einem Pult und liest aus einem Buch. Ihm gegenüber sitzen die Studenten in Reih und Glied. Ganz vorne sitzen die aufmerksamen Studenten und verfolgen das Geschehen in ihren eigenen Exemplaren. In der zweiten Reihe stützt ein Gelangweilter seinen Kopf auf, hinten unterhalten sich die Studenten untereinander, und einer schläft sogar.

Der Punkt: es hat sich bis heute nichts geändert! Eine Vorlesung heute sieht – bis auf die Kleidung und die Technologie – genauso aus wie im Bild. Der Grund dafür, dass hier seit 650 Jahren keine einzige Innovation stattgefunden hat, liegt schlicht daran, dass es keinen Wettbewerbsdruck gab, und damit keinen Antrieb, etwas zu verbessern. Ich bin sicher: wenn die Bildung ein freier Markt wäre, hätten wir längst effektivere Lehrformen eingeführt.