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Wann ist eine Geschäftsidee vielversprechend? Dies ist die Kernfrage aller Innovationsprojekte, in denen neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle entwickelt werden sollen. Um sie zu beantworten, gibt es eine Vielzahl von Prüfkriterien, die bei der ausführlichen Bewertung neuer Ideen zur Anwendung kommen. Letzten Endes aber kommt es auf nur zwei Kriterien an: Einmaligkeit und Kundennutzen.

Der Kundennutzen gibt an, welches Kundenproblem durch ein Angebot gelöst wird bzw. welcher Kundenwunsch dadurch erfüllt wird. Er sagt auch etwas darüber aus, wie wichtig diese Lösung für den Kunden ist. Der Kundennutzen ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine Nachfrage für das Angebot geben wird. Je größer der Nutzen, desto mehr wird ein Kunde bereit sein, dafür zu bezahlen.

Eine Lösung ist einmalig, wenn es für den Kunden keine gleichwertige Alternative dazu gibt. Dies bedeutet sowohl, dass alle Alternativen minderwertig sind, als auch dass der Anbieter dieser Lösung am Markt der einzige ist (und nach Möglichkeit auch bleiben wird!) Geringe Einmaligkeit bedeutet großer Wettbewerb und folglich geringe Flexibilität und hoher Preisdruck.

Eine Geschäftsidee ist in der Regel nur dann vielversprechend, wenn sie sowohl eine hohe Einmaligkeit als auch einen hohen Kundennutzen hat. Der Kundennutzen sichert die Nachfrage und den potentiellen Preis, und die Einmaligkeit sichert Freiräume und den tatsächlichen Preis. Mit anderen Worten: der Anbieter hat ein Monopol auf etwas, was seinen Kunden sehr wichtig ist. Dies erklärt beispielsweise den Erfolg der iTunes Music Store von Apple: Viele Menschen wollen Musik und Videos flexibel und günstig kaufen und zu Hause und unterwegs genießen, und Apple war der erste und lange Zeit einzige Anbieter dieser Möglichkeit.

Eine große Einmaligkeit bei geringem Kundennutzen ist fast wertlos: Man kann der einzige Mensch auf Erden sein, der unter Wasser pfeifen kann; da niemand davon einen Nutzen hat, wird man daraus keine Karriere machen können. Auf dem umgekehrten Fall – hoher Kundennutzen bei geringer Einmaligkeit – kann man zwar ein Geschäft bauen, allerdings wird der starke Wettbewerb dafür sorgen, dass dem Gewinn und dem Wachstum wahrscheinlich enge Grenzen gesetzt sind. Lebensmittel sind hierfür ein Beispiel.

Einmaligkeit und Kundennutzen sind auch bei bestehenden Angeboten Schlüsselfragen. Inkrementelle Verbesserungen können den Nutzen eines Produktes erhöhen (und somit seine Lebensdauer verlängern) , und Änderungen am Geschäftsmodell können die Einmaligkeit (und somit die Wettbewerbsposition) steigern. Aus diesem Grund sind Fragen der Art „Wie können wir den Nutzen unseres Produktes erhöhen?“ für jedes Unternehmen wichtig, und eine Ideenfabrik muss dafür gute Antworten liefern können.