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bullinger

Das Wort „Innovation“ wird seit einigen Jahren inflationär gebraucht. Es taucht inzwischen in zahlreichen Unternehmensprofilen und Sonntagsreden von Politikern auf. Wie bei einer Währung führt die Inflation auch bei einem Begriff zu einer Entwertung: Wenn jeder behauptet, innovativ zu sein, hat die Behauptung bald keine Aussagekraft mehr.

Auch die Hochschulen fördern diesen Trend. So taucht das Wort immer häufiger in den Selbstdarstellungen der Universitäten auf. Viele Professoren sind auch der Meinung, weil sie wissenschaftliche Forschung betreiben, wären sie schon qua Amt innovativ. Dabei sind sie möglicherweise kreativ, aber Kreativität ist nicht gleichbedeutend mit Innovation.

Der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, Hans-Jörg Bullinger, hat diesem Missverständnis folgenden hübschen Spruch entgegengesetzt:

Forschung ist die Verwandlung von Geld in neues Wissen; Innovation ist die Verwandlung von neuem Wissen in Geld.

Universitäten nehmen gerne Geld entgegen, um daraus neues Wissen zu erzeugen, aber wie viele von ihnen nehmen auch die Strapazen und Risiken des umgekehrten Weges auf sich?

(Fotoquelle: http://www.fraunhofer.de)