Innovationskultur im Unternehmen der Zukunft
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Harvard Business School Professor Bill George zitiert in seinem Blog den bekannten Management-Autor Gary Hamel. Hamel hat neulich einen Vortrag beim World Economic Forum über die Zukunft des Managements gehalten.

In diesem Vortrag hat Hamel die These vertreten, dass wir uns gegenwärtig im Umbruch von der wissensbasierten Wirtschaft zur kreativitätsbasierten Wirtschaft befinden. Dieser Umbruch wird eine Reihe von radikalen Änderungen im Management nach sich ziehen. In der Zukunft wird es die Rolle des Managements sein, Kreativität und Begeisterung zu fördern und alte Zöpfe, die Flexibilität und Dynamik behindern, abzuschneiden. Dieser Wandel ist notwendig – so Hamel – weil diese Faktoren Voraussetzungen für Innovationsfähigkeit sind, und Innovationsfähigkeit wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor avancieren.

George zitiert elf Thesen von Hamel, die das Unternehmen von morgen charaktierisieren werden:

  • Everyone gets heard
  • Commitment is voluntary
  • Power is granted from below
  • The tools of creativity are widely distributed
  • Capability counts more than credentials and titles
  • Individuals are richly empowered with information
  • Authority is fluid and contingent on value-added
  • Resources are free to follow opportunities
  • Ideas compete on an equal footing
  • Communities are self-defining
  • Decisions are peer-based

Für mich ist an dieser Aufzählung auffällig, wie viel sie mit den Checklisten für Innovationsfähigkeit gemeinsam hat: Sie liest sich wie ein Rezept (oder vielleicht ein Therapieplan?) für eine gesunde Kultur der Innovation.

Meine Lieblingsmetapher für die Innovationskultur ist das Startup. In einem frisch gebackenen Unternehmen, das von Entrepreneuren gegründet worden ist, sind viele von Hamel’s Eigenschaften fast schon eine Selbstverständlichkeit. Freier Informationsfluss, Selbstverantwortung und offene Kommunikation sind alle Merkmale eines jungen und innovationsfreundlichen Unternehmens.

Die Antithese zum Startup ist für mich die Behörde: Autorität ist askriptiv, Ressourcenzuteilung ist formalistisch, und Entscheidungen und Informationsfluss folgen streng den Linien der Hierarchie. Auch sind viele Unternehmen nach diesem Muster strukturiert.

„Startup-Kultur statt Behördenkultur“ könnte also das Motto für mehr Innovationsfreundlichkeit sein, und ich bin gespannt, welchen Firmen der Wandel, den Hamel prophezeit, gelingen wird.

 

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Bildquelle: garyhamel.com