Bionische Ideenbewertung

bionische ideenbewertung

Wenn eine Bienenkolonie einen neuen Nistplatz sucht, schickt sie einige Hundert Bienen heraus, um geeignete Orte zu suchen. Diese Bienen entdecken viele Alternativen, die unterschiedlicher Qualität sein können, und die Kolonie braucht ein Verfahren, um zwischen den potentiellen neuen Nistplätzen die beste Wahl zu treffen.

Eine ähnliche Situation gibt es im Innovationsprozess. Hier liegen statt Nistplätze Ideen zur Evaluation vor, und statt einiger Tausend Bienen gibt es eine Gruppe von typischerweise fünf bis 20 Experten, die die Ideen anhand von strategischen, technischen und marktorientierten Kriterien bewerten sollen.

Das Auswahlverfahren der Bienen sieht wie folgt aus:

  1. Einige Hundert Bienen schwärmen aus auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen.
  2. Erfolgreiche Bienen kehren zur Kolonie zurück und führen einen „Wackeltanz“ vor. Dies ist ein Flugmanöver, das aus mehreren wiederholten Zickzackbewegungen besteht und dadurch an einen Tanz erinnert. Dabei hängt die Anzahl der Bewegungen von der Qualität des gefundenen Nistplatzes ab.

Invention on Demand

invention on demand

Erfindungen sind der Zwischenschritt zwischen Ideen und Innovationen. Sie beschreiben die Anwendung einer Idee zur Lösung einer technischen Aufgabe. Sie sind eine wichtige Voraussetzung für Produktinnovationen, und sie bilden die Grundlage für Patente, mit denen Unternehmen eine temporäre Monopolstellung und eine stärkere Wettbewerbsposition erzielen können. Erfindungen können also ein wichtiger Baustein im Innovationsprozess sein.

Invention on Demand (IoD) bezeichnet den Ansatz, Erfindungen gewissermaßen „auf Bestellung“ zu erzeugen. Damit dies funktionieren kann, werden leistungsstarke Techniken für die Ideenproduktion benötigt, die Experten binnen kurzer Zeit zu den gewünschten Erfindungen führen. Das bekannteste Beispiel für eine solche Technik ist die Widerspruchmatrix von TRIZ, eine Methode, mit der physikalische Problemlösungen gezielt gefunden werden können.

Der Innovationswürfel

Bei der Planung von Innovationsprojekten ist es sehr wichtig, die richtigen Ziele und Ansätze zu wählen. Andernfalls kann das Projekt teuer scheitern. Aus diesem Grund setzen wir gerne im Kundengespräch Werkzeuge ein, die die verschiedenen Möglichkeiten visualisieren.

Ein Beispiel für ein solches Werkzeug ist der „Innovationswürfel“, ein Quader, dessen drei Dimensionen unterschiedliche Ansätze zur Innovation darstellen. Jede Dimension ist zweigeteilt, so dass sich insgesamt 2x2x2=8 verschiedene Möglichkeiten ergeben.

Lösung: Bei Innovationen mit vorhandenen Lösungen geht es um Verbesserungen. Im Falle gleichbleibender Zielgruppe und Technologie handelt es sich um inkrementelle Verbesserungen zur Sicherung der Konkurrenzfähigkeit bestehender Produkte. Aufwand und Risiko solcher Innovationsprojekte sind eher gering. Ein Beispiel für die Variante mit neuer Technologie ist der Wechsel vom Kassetten- zum CD-Walkman bei Sony. Bei einer neuen Zielgruppe geht es darum, ein existierendes Angebot anzupassen, damit es sich für eine weitere Zielgruppe eignet.

Der Marketing Club zu Gast bei Zephram

Neulich war der Marketing Club Magdeburg bei uns in der Denkfabrik zu Gast. Wir konnten mit einem Impulsvortrag mit dem Titel „Innovation: Vom Kundenwunsch zur zündenden Idee“ unter den rund 50 Teilnehmern eine lebhafte Diskussion über Innovation, Innovationsprozesse anregen.

Der Club hat auch einen kurzen Bericht über den Abend bei Zephram veröffentlicht.

(Foto: Marketing Club Magdeburg / Steffen Lehmann)

Nicht wirklich hilfreich

Der Gabler-Verlag veröffentlicht ihr Wirtschaftslexikon online. Dort findet man auch eine Kurzdefinition von Innovationsmanagement, die wie folgt lautet:

Innovationsmanagement ist eine betriebliche Kerntätigkeit, die im Wesentlichen an den Eigenschaften einer Innovation ausgerichtet ist und damit Managementaspekte verbindet. Es bedarf der unternehmerischen Relevanz, um eine Neuerung im betriebswirtschaftlichen Sinn als Innovation bezeichnen zu dürfen.

Wissen Sie nun, was Innovationsmanagement ist?

Da kann man aus dem ersten Absatz des entsprechenden Wikipedia-Eintrags eine kürzere, und dennoch hilfreichere Definition ableiten, zum Beispiel:

Innovationsmanagement ist die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen in Organisationen. Es ist unter anderem auf die Umsetzung und Verwertung von Ideen in wirtschaftlich erfolgreiche Produkte bzw. Dienstleistungen ausgerichtet.

Wie sieht die Zukunft im Jahr 2063 aus?

galaxie

Wir haben die 6. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums Magdeburg gefragt: „Wie sieht unsere Zukunft im Jahre 2063 aus?“

Die Ergebnisse reichen vom virtuellen Hausaufgabenheft, über Kraftwerksplaneten, an- und ausschaltbare Sonnen bis hin zu Städten, die fast ausschließlich aus Solarpanelen bestehen. Wirklich eine kreative Leistung!

Was ist der Hintergrund für diese Aktion?

Zephram hat seinen Namen vom Erfinder Zephram Cochrane aus der Science Fiction Serie „Star Trek“. Er erfand den Warp-Antrieb, mit dessen Hilfe die  Menschheit die Weiten der Galaxie mit Überlichtgeschwindigkeit erkunden konnte. Der Jungfernflug seines Raumschiffes findet am 5.4.2063 statt. Dieser Tag steht für uns für Fortschritt, und wir feiern ihn jedes Jahr wie ein Jubiläum.

In diesem Sinne: Wir wünschen Ihnen für das Jahr 2011 viele gute Ideen und viel Erfolg bei der Verwirklichung Ihrer Innovationen.

Mit Überlichtgeschwindigkeits-Grüßen

Ihr Zephram Team

Höre auf keinen Experten!

Noreena Hertz hat einen lehrreichen Vortrag zum Umgang mit Experten auf einer TED Konferenz gehalten.

Sie hat sich die Frage gestellt „Sollten wir wichtige Entscheidungen aufgrund von Expertenempfehlungen treffen?“

Drei Ihrer Botschaften dazu waren:

  • Wir sollten mehr unser eigenes Urteilsvermögen nutzen. (Faszinierend, dass wir es in der Umgebung von Experten scheinbar ausstellen.)
  • Uns bewusst machen, dass auch Experten Fehler machen können.
  • Wir sollten Expertenaussagen kritisch hinterfragen (z.B. unter welchen Bedingungen diese gelten).

Dennoch ist sie der Meinung, dass wir weiterhin Experten zu Rate ziehen sollten. Allerdings empfiehlt sie Experten eher wie einen Basar an Möglichkeiten zu betrachten. Man hört sich viele verschiedene Meinungen, Diagnosen, Urteile und Prognosen an, um sich selbst ein besseres Bild von der eigenen Lage zu verschaffen.

HICSS, Teil 3: Wie lernen innovativ zu sein?

Seit über fünf Jahren existiert an der Universität Magdeburg der Kurs Idea Engineering.  Dieser Kurs entstand durch eine Kooperation zwischen der Universität Magdeburg und Zephram. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus durften wir auf der 44. HICSS auf Hawaii vorstellen. Hier ein kurzer Eindruck:

Zephram glaubt daran, dass jeder kreativ sein kann und dazu in der Lage ist die nächste innovative Produktgeneration zu entwickeln. Alles was er dazu benötigt, ist eine passende Anleitung. Das bedeutet, Kreativität ist für uns nicht etwas Mystisches, was nur Auserwählte leisten können. Vielmehr, denken wir, ist es eine erlernbare und trainierbare Fähigkeit!
Einige der üblichen Sichtweisen in Bezug auf Kreativität und Innovationen zu denen unser Verständnis gegenläufig ist:

  • Innovativ ist nicht derjenige, der die verrücktesten Ideen hat sondern die nützlichsten!
  • Kreativität ist eine erlernbare Fähigkeit und nicht nur durch einige wenige Auserwählte produzierbar.

HICSS, Teil 2

Einleitung

Eine unserer Präsentationen (s.o.) bei der HICSS-Tagung dieses Jahr berichtete über ein Forschungsprojekt der Universität Magdeburg, an dem Zephram beteiligt war. Wir haben die Analogietechnik zur Produktion von Ideen untersucht und dabei die Frage gestellt, ob man durch eine geeignete Auswahl der Attribute bestimmte, wünschenswerte Eigenschaften der resultierenden Ideen erzielen kann. Es hat sich dabei herausgestellt, dass dies nicht der Fall ist, aber wir haben bei der Untersuchung unserer experimentellen Daten eine interessante und unerwartete Entdeckung gemacht.

Die Analogietechnik

Bei der Analogietechnik werden Ideen in einem Vier-Schritt-Verfahren entwickelt:

  1. Attribute: Was sind Eigenschaften der Aufgabenstellung?
  2. Analogien: Wer oder was hat auch dieses Attribut?
  3. Lösungen: Wie würden diese Analogien unsere Aufgabe lösen?
  4. Transfer: Wie könnten wir diese Lösungen auf unsere Aufgabe übertragen?

Unsere Hypothese

Gute Ideen sollten praktikabel und effektiv sein, d.h. sie sollen sich mit den vorhandenen Ressourcen umsetzen lassen und das gesetzte Ziel erreichen.

HICSS44, Teil 1

Zur Zeit befinden wir uns auf Hawaii, da wir zwei Präsentationen bei der Tagung HICSS geben. HICSS ist die Hawaii International Conference on System Sciences, eine Tagung, die jedes Jahr stattfindet und eine Vielzahl von Themen rund um große, komplexe menschliche und technische Systeme umfasst.

Wir berichten über zwei Projekte, bei denen Zephram die Universität Magdeburg unterstützt hat. Die erste Präsentation ist forschungsorientiert und betrifft die Analogietechnik zur Ideenproduktion. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie man gute Analogien findet. Unsere These lautet, dass Attribute, die für die Aufgabenstellung relevant und typisch sind, zu guten Analogien und somit zu guten Ideen führen.

In der zweiten Präsentation beschreiben wir das Modul Idea Engineering in Form eines Case Study. Dieses Modul wird seit 10 Semestern an der Universität durchgeführt und bietet Studenten aller Fakultäten einen Einblick in die Innovation und in die Produktion und Bewertung von Ideen. Wir beschreiben die Besonderheiten dieses Kurses und die Vorteile, die sich für die Studenten dadurch ergeben.