Posts Tagged ‘Provokation’



Der Donnerstagsteppich

Graham am Samstag, den 24. Juli 2010

Dieses Foto habe ich im Business-Hotel René Bohn von BASF in Ludwigshafen aufgenommen. Es zeigt den Teppich im Fahrstuhl im Seminarbereich. Wie man an Hand der Aufschrift erkennen kann, wird dieser Fahrstuhlteppich jeden Tag gewechselt. Einen Teppich für jeden Tag der Woche zu haben war für mich eine Überraschung, denn es zählt zu unseren (jedenfalls zu meinen) grundlegenden Annahmen über Teppiche, dass es einem Ort nur einen davon gibt.

Wir haben in diesem Blog schon mehrere solche überraschende Ideen gezeigt, zum Beispiel ein Studententeppich aus Japan, 15 Anregungen fürs Business Development, überraschende Armbanduhren, oder Stadtwerbung durch selektive Reinigung.

Ein Weg, zu solchen Ideen zu kommen, sind die Provokationen. Provokationen sind gezielte Verfälschungen der bekannten Wirklichkeit. Um eine Provokation zu gewinnen, sind zwei Schritte erforderlich:

  1. Eine Beobachtung über die bekannte Wirklichkeit machen.

15 Business-Provokationen

Graham am Samstag, den 09. Januar 2010

Manche Ideenfindungsaufgaben bestehen darin, unbewusste Annahmen zu durchbrechen, um zu sehen, ob das Ergebnis (eine “Provokation” in der Sprache des Idea Engineering) zu einer nützlichen Idee führt.

Hier sind 15 Provokationen für ein Unternehmen:

  1. Führen Sie ein Projekt durch, bei dem Sie einen Verlust machen.
  2. Veröffentlichen Sie ein Betriebsgeheimnis.
  3. Verringern Sie die Qualität eines Produktes.
  4. Konzentrieren Sie sich auf Ihren am wenigsten profitablen Kunden.
  5. Sorgen Sie dafür, dass eines Ihrer Produkte veraltet.
  6. Missachten Sie die Wünsche Ihrer Kunden.
  7. Kannibalisieren Sie ein Produkt.
  8. Kündigen Sie einen Kunden.
  9. Stellen Sie jemand ein, der nicht zu Ihrem Unternehmen passt.
  10. Freuen Sie sich über eine Kundenbeschwerde.
  11. Beachten Sie die Benchmarks Ihrer Branche nicht.
  12. Widerrufen Sie eine Regel.
  13. Gestalten Sie eines Ihrer Produkte für einen Nicht-Kunden.
  14. Belohnen Sie einen Mitarbeiter, der einen Fehler macht.

Die anregende Formulierung

Graham am Montag, den 13. Juli 2009

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Der Kern jeder effektiven Ideenproduktion ist ein guter Perspektivwechsel. Mit dem Perspektivwechsel wird die Aufmerksamkeit einer Gruppe auf etwas Neues gelenkt, das ihr hilft, neue Ideen zu entwickeln. In der Praxis ist die Formulierung des Perspektivwechsels entscheidend: mit der richtigen Formulierung fließen die Gedanken leicht und schnell, dagegen führt eine ungeeignete Formulierung oft zu Verwirrung und Ratlosigkeit bei den Teilnehmern.

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Forschung mit der Universität Magdeburg hat Zephram bereits die verschiedenen Arten von Perspektivwechsel identifiziert, und wir haben spezifiziert, für welche Art von Ideenfindungsaugabe welche Art von Perspektivwechsel am zweckmäßigsten ist. In letzter Zeit beschäftigen wir uns damit, wie diese Perspektivwechsel verständlich präsentiert werden können. Erfahrungen sowohl aus der Universität als auch bei Zephram haben gezeigt, dass die Teilnehmer an einer Ideenproduktion verschiedene Moderationsanweisungen des selben Perspektivwechsels als unterschiedlich schwierig einstufen und dass die Ideenproduktion entsprechend unterschiedlich ergiebig ist.

Innovationsquelle: “Unmögliches” – Teil II

Graham am Freitag, den 11. April 2008

Unmöglich?

In ihrem Beitrag Innovationsquelle: “Unmögliches” hat Jana berichtet, wie eine völlig unmögliche Idee (der Anbau von Heroin in einem städtischen Park) zu einem nützlichen Vorschlag führen konnte.

Jeffrey Phillips zitiert in seinem Blog “Innovate on Purpose” einen ähnlichen Fall aus dem Buch Think Better von Tim Hurson:

Ein Unternehmen suchte neue Methoden, um Glasprodukte zu verpacken. Bisher wurden alte Zeitungen verwendet, und die Anzahl der Brüche war hoch. Beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, dass die Verpacker beim Verpacken die Zeitungsseiten lasen und dadurch abgelenkt wurden. Während einer Ideenfindung schlug jemand vor, den Verpackern die Augen auszustechen. Natürlich ist dieser Beitrag als ernst gemeinter Vorschlag völlig unmöglich. Als Provokation war er aber interessant, denn er brachte die Teilnehmer auf die Idee, Menschen zu beschäftigen, deren Sehkraft eingeschränkt war. Da diese Menschen eine erhöhte taktile Sensibilität haben, würden sie die Glasprodukte ohnehin sorgfältiger behandeln. Die Idee wurde implementiert, und das Unternehmen konnte dadurch Kosten sparen.

Das Offensichtliche sehen

Graham am Sonntag, den 25. November 2007

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Roger van Oech stellt in seinem Blog die Frage, wie sieht man das Offensichtliche? Da dieses Thema mich im Kontext der Ideenproduktion durch Provokation sehr interessiert, habe ich dort geantwortet. Ich gebe hier meinen (übersetzten) Kommentar wieder, zusammen mit einem Nachtrag.

Ich glaube, dass die Fähigkeit, das Offensichtliche zu sehen zu den wichtigsten gehört beim Kreativen Denken (die andere ist die Fähigkeit schnell zahlreiche Assoziationen zu bilden.)

Hier sind zwei Methoden, die wir in unseren Ideenfabriken einsetzen (und die ich Studenten beibringe):

1) Kindertag. Im Büro ist heute Kindertag: Die Kinder der Mitarbeiter kommen zu den Arbeitsplätzen ihrer Eltern und stellen Fragen. Erklären Sie den Kindern, was Sie tun und wie alles hier funktioniert. Ermutigen Sie die Kinder, die Frage “warum?” zu stellen. Sie werden feststellen, dass Sie dadurch viele grundlegende “Tatsachen” und Annahmen über Ihre Arbeit (wieder) entdecken.

Durch eine Provokation zu einer Geschäftsidee

Graham am Mittwoch, den 14. November 2007

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Manche Guerilla-Marketing-Kampagnen setzen Graffiti ein. Graffiti gilt aber als öffentliches Ärgernis und ist in vielen Ländern illegal. IBM hat beispielsweise für eine solche Werbeaktion eine Strafe bezahlen müssen.

Die Firma Street Advertising Services (SAS) aus England hat durch eine Provokation vom Typ Umkehrung eine clevere Geschäftsidee entwickelt. Ausgehend von der Beobachtung

  • Graffiti ist eine Verunreinigung der Oberfläche

lässt sich mit Hilfe einer Umkehrung die Provokation

  • PO: Durch Graffiti wird die Oberfläche sauberer

ableiten. Das Ergebnis: Graffiti-ähnliche Werbebotschaften auf Straßen und Mauern durch Entfernen des Schmutzes! Mit Hilfe eines Hochdampfreinigers und einer Schablone werden die Bilder nachts angebracht. Nach Auskunft von SAS sind die Bilder umweltfreundlich; sie verschwinden allmählich, wenn die sauberen Stellen langsam wieder verschmutzen.

(Quelle: http://www.springwise.com/)

Fight for Kisses

Graham am Freitag, den 09. November 2007

Der Rasiererhersteller Wilkinson Sword hat einen ideenreichen Werbespot für seinen neuen Rasierapparat Quattro Titanium produzieren lassen.

Das Drehbuch zum Spot finde ich hervorragend gemacht; es enthält viele Filmzitate und Witze und ist perfekt inszeniert. Es verwendet einige Analogien und Provokationen – beides wichtige Prinzipien der Ideenproduktion. Die Prämisse für die Handlung bildet beispielsweise die Provokation: PO Väter und Söhne sind Feinde.

Werbung würde mir jedenfalls deutlich mehr Spaß machen, wenn alle Spots so ideenreich wären wie dieser.
(Quelle: www.ffk-wilkinsonsword.com)

Ein Trittstein für das Herstellen von Ideen

Jana am Montag, den 05. November 2007

Trittsteine für Gedanken

Menschen in unserer Umgebung sind Äußerungen sehr bekannt, die ähnlich sind wie PO: Das Cockpit eines Flugzeugs ist hinten. Erst vor ein paar Tagen wollte ich einen Blog-Beitrag schreiben, der ursprünglich lauten sollte: PO: Kreativität braucht Schranken.

Denn Aussagen, die wir mit PO: … einleiten, haben immer das Ziel die eigene Betriebsblindheit zu überwinden. PO steht dabei für provocation operation und wurde von dem berühmten Kreativitäts- forscher Edward de Bono erfunden. Das Wort kann nach folgenden Regeln verwendet werden:

  • Aussagen ermöglichen, ohne eine Begründung dafür abzugeben.
  • Aussagen zu nutzen, die keine Bedeutung haben.
  • Aussagen zuzulassen, die rational nicht erreichbar sind.

Die normale Reaktion auf die Aussage Das Cockpit ist hinten, wäre Ablehnung (z.B. hätten Flugzeugingenieure oder Piloten vermutlich geantwortet: Das geht nicht!).


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