Ideen clustern für bessere Ergebnisse

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Was heißt Ideen clustern?

Im Ideenfindungsworkshop bezeichnet das Clustern die Gruppierung der Ideen nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Es findet im Anschluss an die Ideengenerierung statt und hat zum Ziel, die Menge an Rohideen zu strukturieren und so die Voraussetzung für die darauf folgenden Arbeitsschritte zu bilden. Das Ideen-Clustern hat mehrere Vorteile, und seine Bedeutung wird oft unterschätzt.

Vorgehen

Voraussetzung für das Clustern ist die Möglichkeit, die Ideen auszustellen. Dafür werden Pinnwände mit ausreichend Stellfläche benötigt. In einem typischen Ideenfindungsworkshop braucht man etwa eine Pinnwandseite für je zwei Teilnehmer.

Die Cluster-Überschriften werden schon in der Vorbereitungswoche auf Papierstreifen gedruckt und bereits vor Beginn des Workshops auf die Pinnwände verteilt. (Bei kleinen, informellen Workshops können die Cluster auch live vom Moderator geschrieben werden.) Die Workshop-Teilnehmer nehmen ihre Rohideen und pinnen sie unter der entsprechenden Überschrift an. Dabei werden Ideen-Dopplungen gleich zusammengeheftet. Ideen, die zu keiner Überschrift gehören, kommen in das Cluster Sonstiges.

Was ist ein Innovationsworkshop?

innovationsworkshop

Ideen für das Innovationsprojekt

Ein Innovationsworkshop ist eine moderierte Veranstaltung im Rahmen eines Innovationsprojektes. Das Ziel des Workshops kann beispielweise sein, eine Strategie festzulegen, Ideen zu generieren oder zu vertiefen oder Vorschläge zu bewerten und auszuwählen. Dabei kann es sich um verschiedene Innovationsthemen handeln wie zukünftige Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle oder Maßnahmen zur Produktivitätserhöhung.

Der Innovationsworkshop wird von einem Moderator oder einem Moderationsteam geplant und geleitet, damit die anwesenden Experten ihre Kenntnisse und Erfahrung optimal einbringen können. Dazu gehören ein genau abgestimmtes Briefing mit dem Auftraggeber und ein sorgfältig vorbereitetes Drehbuch.

Beispiel

Das Titelbild zeigt einen großen Innovationsworkshop mit etwa 50 Fachexperten aus zwei verschiedenen Unternehmen (einem Automobilhersteller und einem Chemiekonzern), die mit unserer Unterstützung Ideen für gemeinsame Innovationsprojekte entwickelt haben. An jedem Tisch sitzen zwei Designer oder Ingenieure des Kunden und zwei Wissenschaftler oder Ingenieure des Lieferanten sowie ein Moderator von uns.

Checkliste Workshop vorbereiten

checkliste

Checkliste Workshop vorbereiten

Anspruchsvolle Workshops bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitung. Hier ist eine Checkliste der wichtigsten Aufgaben.

Planung

Lange vor dem Workshop muss der Auftrag genau feststehen, und die Teilnehmer müssen sich den Termin vormerken können:

  • Zielsetzung und Randbedingungen mit dem Auftraggeber vereinbaren
  • Teilnehmer rechtzeitig(!) einladen

Teilnehmer

Dieses Thema wird oft unterschätzt:

  • Workshop-Infos (Anfahrtsbeschreibung, Workshop-Ziele, Kleiderordnung, …) rechtzeitig versenden
  • Teilnehmer mit besonderen Aufgaben (z.B. Gastreferenten) über ihre Pflichten informieren

Produktion

Es gibt verschiedene Produktionsaufgaben, die in der Woche vor dem Workshop zu erledigen sind:

  • Drehbuch erstellen
  • Arbeitsmaterial (Arbeitsbögen, Flashcards, …) herstellen
  • Requisitenliste erstellen
  • Geräte (Akkus, Druckerpatronen, …) prüfen
  • Namensschilder anfertigen
  • ggf. Einkaufen

Veranstaltungsort

Es hilft dem Hotel, wenn es rechtzeitig über die Veranstaltung informiert wird:

  • Raumaufbau und -ausstattung mit dem Hotel abstimmen
  • Pausenzeiten und Verpflegung mit dem Hotel abstimmen

Die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit

suspend disbelief

Was haben effektive Ideenproduktion und eine Kunsttheorie aus dem 19. Jahrhundert miteinander zu tun?

Im Theater erleben wir, dass Romeo und Julia am Ende des Stücks sterben, obwohl wir wissen, dass die Menschen auf der Bühne Schauspieler sind und dass weder der Dolch noch das Gift echt sind. Im Kino sind wir bereit, zu akzeptieren, dass ein schüchterner junger Mann sich in einen Superhelden verwandelt, wenn er von einer radioaktiven Spinne gebissen wird. Um unterhalten zu werden, gehen wir als Publikum auf die Prämissen des Autors und der Inszenierung ein, ganz gleich, wie unmöglich und durchschaubar sie sein mögen.

Der englische Dichter Coleridge hat diese Bereitschaft des Zuschauers, die Regeln der Fantasiewelt zu akzeptieren die „willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit“ genannt. Sie ist die Voraussetzung für die Unterhaltung bzw. den Kunstgenuss. Niemand will beim Fernsehen neben einem Menschen sitzen, der ständig Kommentare wie Tiere können doch nicht sprechen! oder Niemand könnte einen solchen Sturz überleben! von sich gibt.

Nur sechs Worte

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Gegen Ende der Ideenbewertungsphase im Innovationsprozess werden die Ideen intensiv diskutiert und verglichen, denn nur wenige von ihnen können in die darauf folgende Entwicklungsphase befördert werden. Im Falle von Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen ist der Kundennutzen ein zentrales Bewertungskriterium: Der Nutzen eines Angebots muss für den Kunden klar erkennbar sein, wenn dieser sich dafür (und nicht für ein Konkurrenzangebot) entscheiden soll.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, während der Ideendiskussion den Kundennutzen klar zu formulieren. Eine Aufgabe, die wir an dieser Stelle unseren Klienten gerne geben, ist der sogenannte „Sechs-Worte-Test“: Der Ideenvertreter muss den Nutzen seiner favorisierten Idee in sechs Worten (oder weniger) auf den Punkt bringen. Dies fällt zwar vielen schwer, doch unsere Erfahrung zeigt, dass ein gelungene Formulierung fast immer ein Hinweis auf eine vielversprechende Idee ist. Umgekehrt gilt oft auch: solange der Teilnehmer keine Formulierung findet, ist ihm wahrscheinlich selbst nicht klar, was der eigentliche Nutzen seiner Idee sein soll. In diesem Fall wird es ihm schwer fallen, Unterstützer für seine Idee zu gewinnen.

Ein Elevator Pitch für Geschäftsideen

In Gründerkreisen ist das Elevator Pitch (Deutsch etwa Fahrstuhl-Verkaufspräsentation) inzwischen ein Standard-Werkzeug geworden. Beim Elevator Pitch muss man seine Geschäftsidee binnen sehr kurzer Zeit einem potentiellen Investor vorstellen. Das knappe Zeitlimit von einer oder zwei Minuten zwingt den Gründer dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Elevator Pitch ist aber auch im Innovationsprozess sehr nützlich, denn es bringt alle wichtigen Argumente auf den Punkt und bildet somit einen idealen Ausgangspunkt für eine Ideenbewertung. Es wird erst in einer späten Bewertungsphase angewendet, wenn die Ideen ausgereift sind. Wir beenden auch unsere Ideenworkshops gerne mit Elevator Pitches der Siegerideen, weil die Teilnehmer dadurch erleben, was sie gemeinsam in einem oder zwei Tagen Arbeit erreicht haben.

Für innovative Geschäftsideen gibt es eine nützliche Schablone von Geoffrey Moore. Diese Schablone bietet eine Struktur, die leicht zu vervollständigen ist und sich in etwa einer Minute präsentieren lässt. Sie sieht wie folgt aus: