{"id":4025,"date":"2014-02-21T19:58:15","date_gmt":"2014-02-21T18:58:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zephram.de\/blog\/?p=4025"},"modified":"2024-05-14T23:14:40","modified_gmt":"2024-05-14T21:14:40","slug":"ideenbewertung-gefaehrlichste-bedingung-zuerst-pruefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/ideenbewertung\/ideenbewertung-gefaehrlichste-bedingung-zuerst-pruefen\/","title":{"rendered":"Die gef\u00e4hrlichste Bedingung zuerst pr\u00fcfen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Erfolg versprechende Idee entwickelt, aber es sind noch zwei Bedingungen offen, an denen die Idee noch scheitern k\u00f6nnte. Welche Bedingung sollten Sie zuerst pr\u00fcfen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort ist eigentlich einfach, dennoch stellen wir gelegentlich fest, dass die Intuition unserer Klienten und Studenten falsch liegt und sie die falsche Wahl treffen l\u00e4sst. Mit ein bisschen Mathematik kann man leicht begr\u00fcnden, wie man vorgehen soll. Wir brauchen dazu die folgenden Gr\u00f6\u00dfen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Bedingungen nennen wir <em>x<\/em> und <em>y<\/em>.<\/li>\n<li>Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Idee an Bedingung <em>x<\/em> scheitert, hei\u00dft <em>Px<\/em>.<\/li>\n<li>Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Idee an Bedingung <em>y<\/em> scheitert, hei\u00dft <em>Py<\/em>.<\/li>\n<li>Der Arbeitsaufwand, Bedingung <em>x<\/em> zu pr\u00fcfen, ist <em>Ax<\/em>.<\/li>\n<li>Der Arbeitsaufwand, Bedingung <em>y<\/em> zu pr\u00fcfen, ist <em>Ay<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt k\u00f6nnen wir die Erwartungswerte f\u00fcr den Arbeitsaufwand f\u00fcr beide Vorgehensweisen aufschreiben. Wenn wir zuerst <em>x<\/em> und danach <em>y<\/em> pr\u00fcfen, ist unser Arbeitsaufwand<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Ax<\/em> + (1 &#8211; <em>Px<\/em>) * <em>Ay<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Wir m\u00fcssen auf jeden Fall <em>x<\/em> pr\u00fcfen, was den Aufwand <em>Ax<\/em> verursacht, aber <em>y<\/em> m\u00fcssen wir nur pr\u00fcfen, wenn unsere Idee <em>x<\/em> \u00fcberlebt, was die Wahrscheinlichkeit (1 &#8211; <em>Px<\/em>) hat.<\/p>\n<p>Analog ist der Arbeitsaufwand f\u00fcr den umgekehrten Fall<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Ay<\/em> + (1 &#8211; <em>Py<\/em>) * <em>Ax<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach ein paar einfacher algebraischer Manipulationen bekommen wir die einfacheren Ausdr\u00fccke zum Vergleichen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">&#8211; <em>Px <\/em>\/<em>Ax<\/em>\u00a0\u00a0 bzw.\u00a0 &#8211; <em>Py<\/em> \/ <em>Ay<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist klar, in welcher Reihenfolge wir die Pr\u00fcfungen vornehmen m\u00fcssen: Wenn das Verh\u00e4ltnis der Scheiterwahrscheinlichkeit zum Pr\u00fcfwand f\u00fcr Bedingung <em>x<\/em> gr\u00f6\u00dfer ist, als f\u00fcr Bedingung <em>y<\/em>, dann sollten wir <em>x<\/em> zuerst pr\u00fcfen, denn dann ist unser Gesamtaufwand geringer. Im anderen Fall w\u00e4hlen wir entsprechend die umgekehrte Pr\u00fcfreihenfolge. (Eigentlich handelt es sich um die Erwartungswerte f\u00fcr den Gesamtaufwand.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die Wahrscheinlichkeiten gleich hoch, pr\u00fcfen wir die billigere Bedingung zuerst. Diese Erkenntnis scheint den meisten Menschen intuitiv einzuleuchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die Aufw\u00e4nde gleich, pr\u00fcfen wir zuerst die Bedingung mit der h\u00f6heren Scheiterwahrscheinlichkeit &#8211; mit anderen Worten, die Bedingung, die unsere Idee mehr gef\u00e4hrdet. Nach unserer Beobachtung scheint dieses Ergebnis nicht so offensichtlich zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vorgehen, das sich durch diese einfache \u00dcberlegung empfiehlt ist in der Lean Startup-Bewegung bekannt &#8211; wenn auch in vereinfachter Form und mit einer schlichteren Begr\u00fcndung. Eric Ries formuliert es so: &#8222;[&#8230;] it makes sense to test the riskiest assumptions first&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erkenntnis bildet auch die Grundlage f\u00fcr ein wichtiges Prinzip der <a href=\"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/innovationsmanagement\/discovery-driven-innovation\/\">Discovery-Driven Innovation<\/a>. Wir formulieren es dort wie folgt: &#8222;Mit welcher Frage k\u00f6nnen wir am billigsten die meiste Ungewissheit (\u00fcber die Erfolgschancen einer Idee) abbauen?&#8220; Wenn man sich strikt an dieses Gebot h\u00e4lt, minimiert man den Arbeitsaufwand, die Erfolgschancen einer Idee zu validieren.<\/p>\n<p>Links<\/p>\n<p><a title=\"Kompaktwissen Innovationsmanagement\" href=\"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/innovationsmanagement\/kompaktwissen-innovationsmanagement\/\">Kompaktwissen Innovationsmanagement<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Erfolg versprechende Idee entwickelt, aber es sind noch zwei Bedingungen offen, an denen die Idee noch scheitern k\u00f6nnte. Welche Bedingung sollten Sie zuerst pr\u00fcfen? 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