{"id":9010,"date":"2016-09-20T22:21:46","date_gmt":"2016-09-20T20:21:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zephram.de\/blog\/?p=9010"},"modified":"2024-08-29T11:26:13","modified_gmt":"2024-08-29T09:26:13","slug":"sechs-schritte-minimum-viable-product","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/startups\/sechs-schritte-minimum-viable-product\/","title":{"rendered":"In sechs Schritten zum Minimum Viable Product"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9033 size-medium\" src=\"httpS:\/\/www.zephram.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/donut-mvp-300x132.png\" alt=\"donut mvp minimum viable product\" width=\"300\" height=\"132\" srcset=\"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/donut-mvp-300x132.png 300w, https:\/\/www.zephram.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/donut-mvp.png 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>Welche Features\u00a0sollte ein\u00a0MVP enthalten?<\/h2>\n<h3>Eine Entscheidungshilfe f\u00fcr Startup-Gr\u00fcnder<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner bekanntesten Form ist ein<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Minimum_viable_product\"><em> Minimum Viable Product <\/em><\/a>(MVP) eine vorl\u00e4ufige Version eines Produktes mit dem Nutzerfeedback eingesammelt und die Markttauglichkeit gepr\u00fcft werden. MVPs spielen bei vielen Startups eine zentrale Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Funktionalit\u00e4t eines MVPs gilt: \u201eSo umfangreich wie n\u00f6tig und so einfach wie m\u00f6glich\u201c. Dies f\u00fchrt zur Frage, welche Features zum Minimum Viable Product\u00a0geh\u00f6ren m\u00fcssen und welche (vorerst) nicht realisiert werden sollten. Wir stellen einen Leitfaden vor, der Gr\u00fcndern hilft, diese schwierige Entscheidung zu treffen.<\/p>\n<h3>Was ist ein Minimum Viable Product?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Modern gef\u00fchrte Startups gehen nach der Lean Startup-Methode vor. Lean Startup basiert auf der Pr\u00e4misse, dass die Gr\u00fcnder zu Beginn nichts \u00fcber die Kunden und deren W\u00fcnsche wissen. Demnach werden alle Faktoren, von denen der zuk\u00fcnftige Gesch\u00e4ftserfolg abh\u00e4ngt, als ungesicherte Annahmen betrachtet, die sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden m\u00fcssen. Auf diese Weise sch\u00fctzen sich die Gr\u00fcnder vor vermeidbaren Fehlentscheidungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Minimum Viable Product ist ein Kernelement der Lean Startup-Methode. Es wurde von Eric Ries in seinem Buch \u201eThe Lean Startup\u201c wie folgt definiert:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Version eines neuen Produktes, die es dem Gr\u00fcnder-Team erm\u00f6glicht, mit dem geringstm\u00f6glichen Aufwand die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Anzahl an validierten Erkenntnissen \u00fcber seine Kunden zu gewinnen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das MVP ist also ein Versuchswerkzeug, mit dem Experimente durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr ein MVP gelten zwei Ziele, die sich aber widersprechen. Einerseits sollte das MVP so einfach wie m\u00f6glich sein, damit es schnell entwickelt werden kann. Andererseits muss es ausgereift genug sein, um den Nutzern ein Bild von dem zuk\u00fcnftigen Produkt und dessen Vorteilen zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem folgenden Leitfaden k\u00f6nnen Gr\u00fcnder eine optimale Auswahl der Features f\u00fcr ein MVP treffen.<\/p>\n<h3>Anwendungsbeispiel: Der Airchecker<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir nutzen im Folgenden ein fiktives Beispiel, um den Entscheidungsprozess f\u00fcr das MVP zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gr\u00fcnder der Luftschn\u00fcffler GmbH haben ein innovatives Ger\u00e4t entwickelt, das sie <em>Airchecker<\/em> nennen. Der Airchecker kann viele Arten von Luftbelastung feststellen \u2013 unter anderem Staub, Pollen, und Bakterien sowie diverse Haushalts- und Industriechemikalien. Das Ger\u00e4t ist nur so gro\u00df wie eine Streichholzschachtel und \u00fcbertr\u00e4gt seine Messdaten an ein Smartphone, wo sie gespeichert und angezeigt werden.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h3>Das Vorgehen in sechs Schritten<\/h3>\n<h4>1. Zielgruppe: Wer sind unsere Early Adopters?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Startups haben in der Regel nicht genug Ressourcen, um von Anfang an ihren gesamten Markt zu bedienen. Stattdessen w\u00e4hlen sie einen sogenannten <em>Br\u00fcckenkopf-Markt<\/em> \u2013 den Teilmarkt, den sie am leichtesten erobern k\u00f6nnen. Erst wenn sich das Startup im Br\u00fcckenkopf-Markt erfolgreich etabliert hat wendet es sich dem gro\u00dfen, breiten Markt zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mitglieder des Br\u00fcckenkopf-Marktes werden <em>Early Adopters<\/em> genannt. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ein \u00fcberdurchschnittlich starkes Bed\u00fcrfnis nach der L\u00f6sung haben, die das Startup anbieten will. Ferner k\u00f6nnen die Gr\u00fcnder sie leicht ansprechen und mit ihnen kommunizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gr\u00fcnder m\u00fcssen ihre Early Adopters sorgf\u00e4ltig ausw\u00e4hlen und genau verstehen, denn sie bestimmen sowohl die Produktentwicklung als auch das Marketing.<\/p>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Airchecker gibt es viele m\u00f6gliche Anwendungsm\u00f6glichkeiten, zum Beispiel in B\u00fcros, Fabriken, Hotels und Privatwohnungen. Der Markt scheint also insgesamt sehr gro\u00df zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Luftschn\u00fcffler-Gr\u00fcnder w\u00e4hlen als Early Adopters die Bewohner von Altbauwohnungen, weil ihre Wohnluft oft h\u00f6her belastet ist und sie (vermutlich) ein gro\u00dfes Interesse an Aufkl\u00e4rungsinformation haben. Au\u00dferdem sind sie leicht zu finden und anzusprechen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h4>2. Bed\u00fcrfnis: Welches Kundenbed\u00fcrfnis wollen wir mit dem MVP l\u00f6sen?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Startup kann nur Erfolg haben, wenn es eine L\u00f6sung f\u00fcr ein Kundenbed\u00fcrfnis bietet. Darum muss dieses Bed\u00fcrfnis im Mittelpunkt der Produktentwicklung stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine gr\u00fcndliche Analyse einer <a href=\"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/startups\/zielgruppe-definieren\/\">Zielgruppe<\/a> wird mehrere Kundenbed\u00fcrfnisse aufdecken. Beispielsweise wollen die Early Adopters von Airchecker die Wohnluft regelm\u00e4\u00dfig und in unterschiedlichen R\u00e4umen pr\u00fcfen, und sie w\u00fcnschen eindeutige Hinweise auf Stoffe, die gesundheitssch\u00e4dlich sind oder Allergien ausl\u00f6sen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Startups positionieren ihr Produkte im Markt, indem sie f\u00fcr ein ausgew\u00e4hltes Kundenbed\u00fcrfnis eine wesentlich bessere L\u00f6sung anbieten als bisher verf\u00fcgbar war. Das Minimum\u00a0Viable Product muss auf jeden Fall dieses Zielbed\u00fcrfnis befriedigen. Produktfunktionen, die weitere Kundenbed\u00fcrfnisse bedienen, k\u00f6nnen sp\u00e4ter implementiert und in die Untersuchungen einbezogen werden.<\/p>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>Die Gr\u00fcnder der Luftschn\u00fcffler GmbH haben mit Hilfe von Interviews mit Early Adopters bereits verschiedene Kundenbed\u00fcrfnisse ermittelt. Das Zielbed\u00fcrfnis dieser Gruppe haben sie als eine Antwort auf die Frage, \u201eGibt es ein Problem mit der Luft in meiner Wohnung?\u201c formuliert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h4>3. Learning: Was wollen wir mit dem MVP lernen und wie machen wir das?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Lean Startup-Philosophie werden alle Faktoren, die dem Gesch\u00e4ftsmodell zugrunde liegen, als ungesicherte Annahmen behandelt, die gepr\u00fcft werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das MVP dient dazu, die zentrale Annahme zu testen: <em>Wird die Zielgruppe unser Produkt kaufen?<\/em> Dabei spielen viele Aspekte eine Rolle, zum Beispiel die Funktionen des Produktes, seine Handhabung, den Wechsel- oder Einarbeitungsaufwand f\u00fcr die Nutzer und nicht zuletzt der Preis. Je nachdem, welche Annahmen getestet werden sollen, muss das MVP die entsprechenden Elemente bereitstellen. Au\u00dferdem muss es eine M\u00f6glichkeit geben, Feedback von den Nutzern zu erhalten, denn nur dann kann das MVP seinen Zweck als Lernwerkzeug erf\u00fcllen.<\/p>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>Das Airchecker-MVP soll den Gr\u00fcndern helfen zu lernen, ob &#8230;<\/p>\n<ul>\n<li>das Produkt das Zielbed\u00fcrfnis befriedigt,<\/li>\n<li>die Nutzer mit der Handhabung klarkommen,<\/li>\n<li>die Darstellung der Ergebnisse am Mobiltelefon hilfreich ist,<\/li>\n<li>die Nutzer tats\u00e4chlich wiederholte Messungen in verschiedenen R\u00e4umen durchf\u00fchren,<\/li>\n<li>die Zielgruppe bereit ist, den vorgesehenen Kaufpreis zu bezahlen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>Das Nutzerfeedback zum MVP soll erfolgen, indem &#8230;<\/p>\n<ul>\n<li>das Nutzerverhalten automatisch protokolliert und analysiert wird,<\/li>\n<li>mit den Testpersonen ein Interview gef\u00fchrt wird,<\/li>\n<li>eine Sofort-Feedback-Funktion in die App eingebaut wird,<\/li>\n<li>den Testpersonen die M\u00f6glichkeit gegeben wird, das Produkt vorzubestellen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h4>4. Feature List: Welche Features und Funktionen geh\u00f6ren hinein?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die Lernziele f\u00fcr das MVP festgelegt worden sind, wird eine Liste der Produktfeatures und -funktionen erstellt. Diese Liste enth\u00e4lt alle Ideen zum Produkt, die bereits entwickelt worden sind. Die Gr\u00fcnder sollten bei der Listenerstellung ihre Fantasie frei laufen lassen, denn schon eine einzige innovative Idee kann den Erfolg des Produktes bewirken. Die kritische Auseinandersetzung mit den Ideen erfolgt erst im n\u00e4chsten Schritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gr\u00fcnder haben in dieser Phase ein Problem, denn sie kennen ihr zuk\u00fcnftiges Produkt schon und k\u00f6nnen dadurch leicht \u00fcbersehen, was einem neuen Nutzer fehlen k\u00f6nnte. Dazu versetzen sie sich gedanklich in die Situation ihrer Nutzer und versuchen, ihr Produkt durch deren Augen zu erleben: Wo und wann setzen sie das Produkt ein? Welches Wissen und welche Erwartungen haben sie? Welche Voraussetzungen m\u00fcssen erf\u00fcllt werden, um das Produkt zu verwenden? Was muss das Produkt leisten, damit die Nutzer erkennen, dass ihr Zielbed\u00fcrfnis in hohem Ma\u00dfe befriedigt worden ist?<\/p>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>Die Gr\u00fcnder schreiben eine lange Liste von Features f\u00fcr den Airchecker:<\/p>\n<ul>\n<li>Chemikaliendetektion<\/li>\n<li>Pollenmessung<\/li>\n<li>Staubmessung<\/li>\n<li>Messung von Luftfeuchtigkeit, -druck und -temperatur<\/li>\n<li>Darstellung der gespeicherten Messwerte in einer Smartphone-App<\/li>\n<li>Messungen k\u00f6nnen unterschiedlichen Orten und Zeiten zugeordnet werden<\/li>\n<li>Hochladen der Messdaten in eine Online-Datenbank<\/li>\n<li>Website mit einer umfassenden Analyse der hochgeladenen Daten<\/li>\n<li>Ratgeber<\/li>\n<li>Notizenfunktion<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h4>5. Pruning: Welche Features k\u00f6nnen wir entfernen?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feature-Liste ist f\u00fcr ein MVP viel zu lang, und die Gr\u00fcnder haben jetzt die Aufgabe, sie auf das Notwendigste zu reduzieren. Dies ist der schwierigste Teil des Prozesses, denn Gr\u00fcnder sind oft in ihre Erfindung verliebt und wollen ungern auf Features verzichten, auf die sie besonders stolz sind. Wichtig ist, zu bedenken, dass das Streichen eines Eintrags aus der Liste nicht deren Abschaffung bedeutet, sondern nur die Verschiebung auf einen sp\u00e4teren Zeitpunkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Leitgedanke bei der Listenk\u00fcrzung sind stets die Lernziele und das Kundenbed\u00fcrfnis; Alles, was nicht dazu beitr\u00e4gt, geh\u00f6rt nicht in das MVP. Das Ziel eines Lean Startups ist, von der Zielgruppe schnell zu lernen, und aufwendige Entwicklungsarbeiten verz\u00f6gern den Beginn des Lernprozesses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr jedes Feature muss eine Kosten\/Nutzen-Abw\u00e4gung getroffen werden: Lohnt sich der Entwicklungsaufwand im Hinblick auf den zu erwartenden Lerneffekt? Ist es m\u00f6glich, den gleichen Lerneffekt mit einer einfacheren Funktion zu erzielen?<\/p>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>Die Gr\u00fcnder von Luftschn\u00fcffler beschlie\u00dfen, die folgenden Eintr\u00e4ge aus der MVP-Feature-Liste zu streichen, weil sie nur wenig zu den Lernzielen beitragen bzw. das Zielbed\u00fcrfnis befriedigen. Die Funktionen k\u00f6nnen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt untersucht und gegebenenfalls verwirklicht werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Ratgeber<\/li>\n<li>Analyse-Website<\/li>\n<li>Hochladen in die Online-Datenbank<\/li>\n<li>Notizenfunktion<\/li>\n<li>Messung von Luftfeuchtigkeit, -druck und -temperatur<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h4>6. Viability: Ist das MVP als Produkt realistisch?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das MVP muss so einfach wie m\u00f6glich sein, um schnell Nutzerfeedback sammeln zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig aber muss es ein plausibles Produkt sein, f\u00fcr das die Zielgruppe bereit ist, Geld auszugeben. Aus diesem Grund wird im letzten Schritt gepr\u00fcft, ob es diesem Anspruch gerecht wird. Gegebenenfalls m\u00fcssen Funktionen oder Features erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p>Die folgenden Fragen helfen, diese Pr\u00fcfung vorzunehmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Kommt der Nutzer mit dem MVP klar?<\/li>\n<li>Erlebt der Nutzer, was er erleben soll?<\/li>\n<li>Wird das Zielbed\u00fcrfnis durch das MVP befriedigt?<\/li>\n<li>Erkennt der Nutzer die Vorteile des Produktes, insbesondere gegen\u00fcber m\u00f6glichen Alternativen?<\/li>\n<li>Erf\u00fcllt das MVP Mindestanforderungen an Sicherheit, Qualit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit?<\/li>\n<\/ul>\n<div style=\"padding-left: 50px; padding-right: 50px;\">\n<table bgcolor=\"#FFF7DD\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"11\"><strong>Beispiel<\/strong><\/td>\n<td>Die Gr\u00fcnder sind der Meinung, dass Airchecker die folgenden Funktionen ben\u00f6tigt, um das Ziel zu erreichen:<\/p>\n<ul>\n<li>Email-Funktion: Der Nutzer kann die Messwerte aus der App als Email versenden. Dies ist wichtig, um die Messdaten dokumentieren zu k\u00f6nnen und kann viel schneller implementiert werden als das Hochladen in eine Online-Datenbank.<\/li>\n<li>Richtwertvergleich: Die App vergleicht die Messwerte mit anerkannten Richtwerten und zeigt eine Warnung an, wenn sie \u00fcberschritten werden. Diese Funktion tr\u00e4gt dazu bei, das Zielbed\u00fcrfnis \u201eGibt es ein Problem mit der Luft in meiner Wohnung?\u201c zu befriedigen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h3>Praxistipps<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wahl der Features im Minimum Viable Product\u00a0ist eine schwierige, aber wichtige Aufgabe. Sorgf\u00e4ltige Experimente k\u00f6nnen die Erfolgschancen f\u00fcr ein Produkt erheblich steigern. Schlecht durchdachte Experimente k\u00f6nnen dagegen zu falschen \u2013 und potenziell fatalen \u2013 Schlussfolgerungen f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MVP-Experimente k\u00f6nnen schwer zu interpretieren sein, denn negative Ergebnisse k\u00f6nnen verschiedene Ursachen haben. Die Ablehnung eines MVPs durch eine Testperson muss nicht bedeuten, dass es seinem Bed\u00fcrfnis nicht entspricht. M\u00f6glicherweise fehlte der Testperson nur ein kleines St\u00fcck Information, oder sie kam einfach mit Nutzerschnittstelle nicht klar. Aus diesem Grund ist es wichtig, Interviews mit den Testpersonen zu f\u00fchren, oder besser noch ihnen bei der Nutzung live \u00fcber die Schulter zu schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Praxis wird nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von MVPs gebaut, denn falsche Annahmen m\u00fcssen verworfen und durch neue ersetzt werden, was jeweils ein neues MVP nach sich zieht. Diese Lernschleifen \u2013 <em>Iterationen<\/em> genannt \u2013 sind ein typisches Merkmal von Lean Startups. Erst nach einigen solchen Iterationen entsteht ein Minimum Viable Product, das den begehrten Nachweis der Markttauglichkeit liefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz des Aufwandes f\u00fcr die Experimente lohnt es sich, MVPs einzusetzen. Sie k\u00f6nnen Gr\u00fcnder vor teuren Fehlentscheidungen bewahren und dadurch die Erfolgschancen f\u00fcr ihr Startup positiv beeinflussen.<\/p>\n<p><strong>Links<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zephram.de\/blog\/startups\/startup-gruender\/\">Artikel f\u00fcr Startup-Gr\u00fcnder<\/a><\/p>\n<p>Bildquellen:\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Doughnut#\/media\/File:Glazed-Donut.jpg\">Wikipedia<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/en\/donut-white-icing-frosting-glaze-522431\/\">Pixabay<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Features\u00a0sollte ein\u00a0MVP enthalten? Eine Entscheidungshilfe f\u00fcr Startup-Gr\u00fcnder In seiner bekanntesten Form ist ein Minimum Viable Product (MVP) eine vorl\u00e4ufige Version eines Produktes mit dem Nutzerfeedback eingesammelt und die Markttauglichkeit gepr\u00fcft werden. MVPs spielen bei vielen Startups eine zentrale Rolle. 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