Recycling von PrinzipienKritiker wie Ambrose Bierce behaupten: There is nothing new under the sun but there are lots of old things we don’t know. In dem folgenden Beitrag wollen wir diese Behauptung näher beleuchten.

Starten wir doch gleich bei einer der ältesten und wichtigsten Erfindungen der Menschheit: das Rad. Ungefähr 4000 v. Chr. hat die Menschheit das Rad erfunden. Allerdings: Wie viele Koffer mit Rädern konnten Sie im Jahre 1990 auf Flughäfen oder Bahnhöfen beobachten?

Das Rad – eine uralte Innovation. Das zugrundeliegende Prinzip des Rades ist, etwas Schweres leichter über den Boden zu befördern. Ein alt bekanntes Prinzip. Nichts Neues soweit. Allerdings trifft dieses Prinzip immer wieder auf neu entdeckte Bedürfnisse der Menschen. Zum Beispiel:

  • Erleichterte Personenbeförderung (z.B. Fahrrad).
  • Flexiblere Büroraumgestaltung (z.B. Schrank, Stuhl).
  • Erhöhung des Reisekomforts (z.B. rollengelagerter Reisekoffer).

Das Neue daran ist nicht das Rad, sondern die Wiederverwendung des Rades für neu entdeckte Bedürfnisse.

Betrachten wir ein weiteres Beispiel für das Recycling von Prinzipien: Menschen tauschen bereits sehr lang Erfahrung in Form von Tagebüchern aus. Im Internetzeitalter hat man dieses Prinzip des Erfahrungsaustauschs in Form von Weblogs wiederentdeckt. Auch hier: Das Prinzip ist bekannt. Neu ist, das es für dem individuellen Erfahrungsaustausch im Internet genutzt wird.

Wirft man einen Blick in die Entdeckungsgeschichte der Menschheit, stößt man auf einige Ursprünge von heute recycelten Prinzipien. Wie zum Beispiel:

  • 400 v. Chr. : Der erste realisierte Roboter von Archytas von Tarent (die fliegende Taube von Archytas).
  • 1725: Entdeckung des lichtempfindlichen Silbersalzverfahrens durch Johann Heinrich Schulze. Später die Grundlage zum Fixieren einer Fotografie.
  • 1838: Entdecker des Prinzips der Brennstoffzelle durch Christian Friedrich Schönbein.
  • 1839: Entdeckung des fotoelektrischen Effekts als Grundlage der Photovoltaik (Solarzellen) durch Alexandre Edmond Becquerel.

Die genannten Beispiele haben alle dieselbe Eigenschaft: sie sind der Ursprung eines zugrundeliegenden Prinzips und wurden später für verschiedenste Bedürfnisse wiederverwendet.

In der Geschichte der Menschheit lassen sich viele Konzepte aufdecken, die heute immer noch Innovationspotential in sich bergen. Lernen Sie doch für Ihr nächstes Problem von bereits vorhandene Lösungsprinzipien. Sie könnten es zum Beispiel mit folgenden uralten Innovationen versuchen:

  • Relativieren Sie etwas wie Einstein.
  • Machen Sie etwas Unsichtbares sichtbar wie ein Mikroskop.
  • Trennen Sie wesentliche Informationen von Unwesentlichen wie Röntgenstrahlen.
  • Mobilisieren Sie etwas wie es der Ottomotor tut.
  • Geben Sie etwas eine besondere Note wie Schokolade.
  • Machen Sie Informationen verfügbar wie die Braille Schrift.
  • Vervielfältigen Sie etwas wie die Buchdruckmaschine von Guten- berg.
  • Machen Sie das Wichtigste extrem kompakt wie ein Bouillonwürfel.

Zuletzt aktualisiert am 14. Mai 2024 von Graham Horton

 


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