Woran erkennt man eine gute Idee?
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woran erkennt man eine gute idee

Die Bedeutung der besten Idee

In einem Innovationsworkshop für neue Produkte oder Dienstleistungen zählen meistens nur die allerbesten Ideen. Es sind im Unternehmen nur die Ressourcen vorhanden, um wenige Ideen zu verwirklichen, und diese sollen natürlich die größen Erfolgschancen haben. Damit stellt sich das Problem, woran man die besten Ideen erkennt.

Dieses Problem ist nicht einfach zu lösen, weil die meisten Gruppen dazu neigen, mittelmäßige Ideen zu bevorzugen. Es ist Aufgabe des Drehbuchs und des Moderators, dieser Tendenz entgegenzuwirken und dafür zu sorgen, dass die besten Ideen erkannt werden. Glücklicherweise gibt es für sehr gute Ideen einen zuverlässigen Indikator. Dieser Indikator funktioniert, weil die besten Ideen innovativ sind, und innovative Ideen in einer Gruppe eine typische Reaktion auslösen.

Die polarisierte Bewertung

Das Erkennungsmerkmal einer innovativen Idee liegt im Bewertungsergebnis durch die Gruppe. Wenn ein Teil der Gruppe eine Idee sehr positiv bewertet und ein anderer Teil die selbe Idee sehr negativ bewertet, spricht man von einem polarisierten Ergebnis. Ideen, die eine polarisierte Reaktion auslösen, sind in der Regel sehr innovativ.

Der Grund für dieses Verhalten ist einfach. Ein Teil der Gruppe sieht in der Idee große Vorteile, zum Beispiel auf Grund eines neuen Kundennutzens oder wegen ihres Neuheitsgrads. Dies führt zu den positiven Bewertungen. Für den Teil der Gruppe, der negativ bewertet hat, gibt es zwei Möglichkeiten. Eine zweite Teilgruppe sieht Schwierigkeiten in der Durchführung; sie zweifelt zum Beispiel an der Herstellbarkeit oder der Durchsetzbarkeit der Idee. Die Restlichen sind mit der Vorstellung der Idee schlicht überfordert; sie rüttelt so stark an ihr Weltbild, dass sie sie ablehnen. Diese dritte Teilgruppe erkennt man an ihren Killerphrasen.

Der Umgang mit polarisierten Bewertungen

Gruppen, die auf sich allein gestellt sind, wählen polarisierende Ideen nicht aus – dafür sorgen die Negativstimmen der Gegner. Das Ergebnis ist, dass weniger gute, aber dafür konsensfähige Ideen zu den Siegern erklärt werden. Dies ist aber oft ein Fehler.

Die erste Aufgabe des Moderators besteht darin, die Gruppe über die Bedeutung des Bewertungsergebnisses aufzuklären. (Die dritte Teilgruppe erwähnt er dabei nicht!) Wichtig ist auch die Beobachtung, dass die Idee möglicherweise eine große Chance bietet, denn die Konkurrenz hat diese Idee – sofern sie sie schon entdeckt hat – wahrscheinlich verworfen.

Es ist für den Moderator auch möglich, die Polarisierung größtenteils aufzulösen, indem er die Vorteile und die Bedenken separat abfragt. Die Befürworter werden die befürchteten Schwierigkeiten anerkennen, und zumindest die zweite Teilgruppe wird auch die potentiellen Vorteile einsehen. Das Drehbuch muss dafür sorgen, dass das Ergebnis so festgehalten wird und dass es auch konsensfähig ist.

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