Bessere Ideen finden mit der Zielanalogie
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Die Zielanalogie

Eine Variante der Analogietechnik besteht darin, die Analogien nicht aus der Ausgangssituation, sondern aus dem angestrebten Ziel zu bilden. Der Hintergedanke dabei lautet: Wer hat das erreicht, was ich erreichen möchte und wie hat er das geschafft? Die Analogien wirken in diesem Fall wie Vorbilder, von denen man versucht, zu lernen. Die Bionik ist eine Analogietechnik dieser Art, wobei die Vorbilder in der Natur gesucht werden.

Die Zielanalogie ist eine stärkere Ideenfindungsmethode als die normale Version, weil sie bereits erfolgreiche Lösungsansätze enthält. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die erfolgreichen Vorbilder existieren und den Workshop-Teilnehmern bekannt sind. Wir sehen es als Dienstleister als unsere Aufgabe an, diese Recherchearbeit zu leisten und entsprechende Vorbilder im Innovationsworkshop für die Teilnehmer bereitzustellen.

Vorgehen

Die Methode besteht aus den selben vier Schritten wie die klassische Analogietechnik; nur werden die Attribute nicht bei der Ausgangssituation gesucht, sondern bei der gewünschten Lösung:
  1. Idealfälle: Die Attribute des Idealfalls werden gesammelt.
  2. Analogien: Analogien werden gesucht, die diese Attribute besitzen.
  3. Lösungen: Die erfolgreichen Lösungen der Analogien werden gesammelt.
  4. Übertragung: Die Lösungen werden auf die eigene Situation übertragen.
Die entsprechenden Moderationsanweisungen könnten etwa wie folgt lauten:
  1. Was würde im Idealfall gelten? / Wie könnte man die ideale Situation beschreiben?
  2. Wer oder was hat bereits diese Idealfälle verwirklicht? / Wem ist das schon einmal gelungen?
  3. Wie haben sie das geschafft? / Was machen sie besonders gut?
  4. Wie könnten wir das sinngemäß auf unsere Situation übertragen? / Was könnte das für uns heißen?

Wegen ihres Vorbildcharakters lässt sich die Zielanalogie (in verkürzter Form) besonders gut als Mr. X-Technik inszenieren. Die Technik reduziert sich in diesem Fall auf die schlichte Frage, Was würde X in unserer Situation tun?

Beispiel

Als Beispiel wählen wir die Ideenfindungsaufgabe Wir suchen neue Ideen für unseren Supermarkt. Die Aufgabenstellung und alle produzierten Ideen stammen aus einem Ideenworkshop für einen Supermarkt in einer Kleinstadt, der etwas Originelles für seine Kunden gesucht hat.
  1. Idealfälle
    Frage:Was würde im Idealfall gelten?
    Antwort: Im Idealfall wäre unser Supermarkt Mittelpunkt der Stadt.
  2. Analogien
    Frage:Wer oder was hat bereits diese Idealfälle verwirklicht?
    Antwort: Die Sparkasse
  3. Lösungen
    Frage: Wie hat sie das geschafft?
    Antwort: Sie hat Sparschweine für die Kinder.
  4. Übertragung
    Frage: Wie könnten wir das sinngemäß auf unsere Situation übertragen?
    Antwort: Wir könnten an der Kasse Sparschweine für die Kinder unserer Stammkunden bereitstellen.
Weitere Ideen, die aus dem selben Idealfall entstanden sind:
  • (Rathaus) Einen Prospektständer mit den gebräuchlichsten amtlichen Formularen aufstellen.
  • (Kirche) Einen Gottesdienst zum Erntedankfest durchführen.
  • (Sportlerheim) Eine Vitrine mit Objekten von lokalem Interesse aufstellen.
  • (Stammlokal) Eine Sitzecke mit Erfrischungsgetränken einrichten.

 

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