Ideen anregen mit Pump, Jump und Dump

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Pump, Jump und Dump

Das allererste Ergebnis unserer Idea Engineering-Forschung vor zehn Jahren war die Erkenntnis, dass es im Grunde nur drei verschiedene Arten von Perspektivwechsel gibt, um Ideen zu produzieren. Nahezu alle Methoden („Kreativitätstechniken“), die man in zahlreichen Büchern und Webseiten findet, können auf einen dieser drei Ansätze (oder einer Kombination daraus) reduziert werden. Dicke Bücher wie VanGundys 101 Activities for Teaching Creativity and Problem Solving werden plötzlich viel übersichtlicher, wenn man erkennt, dass es praktisch nur eine Vielzahl von Varianten dieser drei Arten von Anregung enthält.

Seit nunmehr 10 zehn Jahren unterrichte ich diese drei Ansätze im Kurs Idea Engineering an der Universität Magdeburg, und einige Hundert Absolventen des Kurses haben diese Ansätze in Studium und Beruf eingesetzt. Wir nennen sie Pump, Jump und Dump, damit die Studenten sie sich leichter merken können 😉

Nochmal Brasilien

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Zephram war neulich wieder in Brasilien unterwegs. Nachdem unser erster brasilianischer Auftrag im Nordosten des Landes war, ging es diesmal nach Curitiba im Süden. Dort haben wir unserem Klienten geholfen, Ideen zu entwickeln, seine Service-Qualität zu erhöhen und einen neuen Auftrag von einem wichtigen Kunden zu gewinnen.

Sozialer Höhepunkt des Aufenthaltes war ein Abendessen in einer Churrascaria – einem typischen Restaurant, bei dem Fleisch unterschiedlichster Art auf langen Spießen zu den Tischen gebracht wird.

 

Gruppenideenbewertung: Median or Mean?

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Ideenbewertung in der Gruppe

Ideen werden fast immer von Gruppen bewertet. Entweder am Ende eines Innovationsworkshops oder in einem dedizierten Bewertungsworkshop sitzen Experten zusammen, um gemeinsam aus einer Menge von Ideen die besten zu identifizieren.

Entgegen der Erwartung vieler Kunden ist die Bewertung von Ideen viel schwieriger als das Generieren. Viele der Schwierigkeiten der Ideenbewertung entstehen, weil eine Gruppe beteiligt ist.

Es ist fast unvermeidlich, dass es in einer Gruppe zu abweichenden Urteilen der Gruppenmitglieder kommt. Eine Ursache dafür sind die versteckten Profile – unterschiedliche Vorstellungen von der selben Sache. Der Moderator oder Innovationsmanager hat dann das Problem, dass er die verschiedenen Urteile zusammenführen muss, um zu einem Gesamturteil zu kommen. selbst bei dieser scheinbar sehr einfachen Aufgabe kann man schwerwiegende Fehler machen, zum Beispiel indem man die Urteile in der falschen Reihenfolge aggregiert.

Zephram hilft Startup-Förderung in Katar

fahne katar

Unser jüngster Auftrag im Ausland war in Katar. Wir sind für ein paar Tage in den Golfstaat gereist, um an der Universität Vorträge für Studenten und Mitarbeiter über Startups zu halten.

Katar hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt, und die wirtschaftliche Entwicklung dort geht rasant voran. Wie in den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten, wo Zephram auch schon mehrfach tätig war, beruht der Wohlstand auf Öl- und Gasreserven, und die Wirtschaft wird zum überwiegenden Teil von Ausländern getragen, die mehr als 70% der Bevölkerung ausmachen.

In Bezug auf die Frage der Startups steht die Universität von Katar vor einem ähnlichen Problem wie unsere: die Motivation der Studenten. Ein guter Student in Deutschland hat die Aussicht auf eine gutes, stabiles Einkommen als Angestellter bei einem großen Konzern, in Katar ist die Aussicht auf eine üppige Rente schon in jungen Jahren. In beiden Fällen schwächt die attraktive Alternative die Motivation, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

17 Innovationsunterschiede zwischen Konzernen und Startups

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Zwei Innovationsstile

Es wird derzeit viel darüber geschrieben, wie radikale Innovationsprojekte am besten durchzuführen sind. Zwei verschiedene Systeme stehen sich gegenüber, die sich in vielen Kernelementen unterscheiden. Auf der einen Seite steht der Ansatz etablierter Unternehmen, der den sogenannten Wasserfall-Prozess verwendet. Als Alternative dazu steht die neue Vorgehensweise, die von Startups favorisiert wird, der häufig Lean Startup genannt wird.

Die traditionelle Methode beginnt mit umfangreichen Vorbereitungen, die zur Entscheidung durch einen hochrangigen Manager führt. Diese Entscheidung beruht auf einem detaillierten Business Plan. Bei einer positiven Entscheidung wird dann das Projekt in der beschlossenen Form verwirklicht, und das neu entwickelte Produkt kommt dann auf den Markt. Dieses Vorgehen hat sich bei Innovationsprojekten im bekannten Umfeld bewährt wie beispielsweise die Einführung eines neuen Modells eines bestehende Produktes. Unterstützer der Startup-Methode behaupten, dass dieser Ansatz sich nicht für Projekte mit großer Marktungewissheit eignet, bei denen nicht bekannt sein kann, wie das Produkt aussehen muss und wie der Markt darauf reagieren wird. In solchen Situationen ist es absurd, starre Pläne zu schmieden.

Ideenworkshop in China

workshop china

Zephram hat neulich einen Ideenworkshop in China durchgeführt. Dies war unser erster Workshop-Auftrag in Asien, und wir waren sehr gespannt auf das Land und seine Leute.

Unsere Reise führte uns in die Airbus-Produktion in Tianjin, etwa zwei Stunden südöstlich von Beijing. Ein Teil von Tianjin  ist eine Sonderwirtschaftszone, das gegenwärtig ein enormes Wirtschaftswachstum erlebt. Zahlreiche ausländische Konzerne haben dort Produktionsstandorte. Die Zone ist 11-mal größer als unsere Heimatstadt Magdeburg und wirkt wie eine einzige riesige Baustelle.

CBD of TBNA 2011

Bildquelle: Wikipedia / User Yaohua2k7. Link zur CC-Lizenz.

Nach einer Fabrikbesichtigung haben wir 14 Teilnehmer aus Deutschland und China  eineinhalb Tage lang dabei unterstützt, Ideen zu entwickeln. Für die Ideenfindung haben wir vorwiegend fachbezogene Checklisten und Analogien in Form von vorgefertigten Flashcards verwendet. Das Ergebnis waren Anregungen für die Vorbereitung eines wichtigen Projektes im kommenden Jahr.

 

Innovation im Mittelstand lässt weiter nach

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Innovation im Mittelstand 2014

Die KfW hat im Februar 2015 ihren Innovationsbericht Mittelstand veröffentlicht. Er beschreibt den Zustand der Innovation im Mittelstand in Deutschland im Jahr 2014. Die Hauptaussage des Berichtes wird in der zweiten Überschrift folgendermaßen zusammengefasst: Stillstand in Europa bremst Innovationen. Der Rückgang des Wachstums in Europa – so der Bericht – raubt den mittelständischen Unternehmen den finanziellen Freiraum, um Innovationen voranzutreiben.

Innovation im Mittelstand ist im Berichtszeitraum erneut gesunken. Der Anteil der mittelständischen Unternehmen, der Innovation betreibt, war 2014 inzwischen sogar geringer als während der Wirtschaftskrise 2008/2009. Größere Unternehmen haben eine höhere Innovationsintensität als kleine, und Unternehmen, die internationale Absatzmärkte bedienen sind innovativer als solche, die nur national oder regional agieren. Für 2015 ist keine Besserung der Lage in Sicht.

Auszug aus den Ergebnissen

  • Innovation im Mittelstand lässt weiter nach. Der Anteil innovativer Mittelständler liegt inzwischen bei nur 28 %.

Die Analogie, die zur Erfindung des Computers führte

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1837 erfand der englische Mathematikprofessor und Erfinder Charles Babbage den ersten Computer der Welt. Diese Maschine, die er Analytical Engine taufte, war rein mechanisch – sie war aus Wellen, Zahnrädern und Nocken gebaut, war so groß wie eine Dampflok und musste von einer Dampfmaschine angetrieben werden. Allerdings wurde sie aus Kostengründen nie gebaut – sie existierte nur auf dem Papier.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Computer und einer Rechenmaschine besteht darin, dass eine Rechenmaschine Befehle ausführt, die ein Mensch manuell eingibt, während ein Computer seine Befehle einem Programm entnimmt, das er selbstständig ausführt.

Die Analytical Engine bezog seine Befehle aus aneinandergebundenen Lochkarten, die aus Pappe gefertigt waren. Diese Lochkarten sagten der Maschine sowohl welche Operationen auszuführen waren als auch die Variablen, auf die die Operationen anzuwenden waren.

Der größte Fehler bei der Ideenbewertung

Fehler bei der Ideenbewertung

Ideenbewertung im Innovationsworkshop

In einem Innovationsworkshop ist der größte Fehler bei der Ideenbewertung, eine Idee zu verwerfen, die sehr erfolgreich hätte werden können – das heißt, einen (großen) Ablehnungsfehler zu machen. Ideen, die am Anfang des Innovationsprozesses verworfen werden, erhalten nämlich normalerweise keine zweite Chance – sie sind für immer verloren. Der zweite Fehler bei der Ideenbewertung, eine schlechte Idee als gut zu bewerten, ist weniger kritisch, weil das Irrtum in den späteren Phasen des Innovationsprozesses noch aufgedeckt werden kann.

Das Vier T-Modell

Um Klienten auf die Gefahr eines Ablehnungsfehlers aufmerksam zu machen, haben wir das oben abgebildete Modell entwickelt. Es ist eine Erweiterung des zweigliedrigen Diagramms von Peter Thiel.

Das Modell hat die bekannte Form einer 2×2-Matrix. Beide Dimensionen beziehen sich auf eine zu bewertende Idee; die erste heißt Appears to be (scheint zu sein), und die zweite heißt Is actually (ist tatsächlich). In beiden Richtungen heißen die zulässigen Werte bad (schlecht) und good (gut). Daraus ergeben sich vier Kombinationen für die Idee, die wir Trash, Trend, Treasure und Temptation nennen.

Der Servitization-Workshop

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Was ist Servitization?

Servitization bezeichnet eine Geschäftsmodellinnovation bei einem Produkthersteller, bei der neue Dienstleistungen ins Angebot aufgenommen werden. Sie bringt viele Vorteile für beide Geschäftspartner mit sich. Für den Lieferanten kann sie eine bessere Kundenbindung, mehr Umsätze und eine Stärkung der Marktposition bringen. Zu den Kundenvorteilen gehören mehr Flexibilität, eine Senkung des Risikos und Konzentration auf die Kerntätigkeit ermöglichen kann. Aus diesen Gründen ist die Servitization ein wichtiger, langjähriger Trend, dem sich immer mehr produzierende Unternehmen anschließen.

Der Servitization-Workshop

Ziele und Teilnehmer

Der Servitization-Workshop richtet sich an produzierende Unternehmen und hat zum Ziel, Ideen für Dienstleistungen zu entwickeln, die das bereits existierende Produktportfolio ergänzen und im Idealfall auch Synergieeffekte mit bestehenden Angeboten erzeugt. Wie immer bei Angebotsinnovationen ist es wünschenswert, dass alle marktseitigen Unternehmensfunktionen im Workshop vertreten sind, damit möglichst viele Perspektiven auf die Aufgabenstellung eine Stimme haben. Auf jeden Fall sollten neben dem Prozessinhaber (typischerweise ein Produkt- oder Innovationsmanager) Vertrieb, Marketing, Entwicklung und Geschäftsleitung teilnehmen.