Innovationsprojekt: Neues Produkt

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Fast jedes Produkt hat eine begrenzte Lebensdauer. Entwicklungen in der Technologie oder in den Kundenbedürfnissen oder die allmähliche Commoditisierung machen es erforderlich, selbst ein ein erfolgreiches Produkt zu verbessern oder durch ein neues Produkt zu ersetzen. Produktmanagement und Innovationsmanagement müssen zusammenarbeiten, damit die notwendigen Innovationen rechtzeitig verfügbar sind.

Projektbeispiel

Der Auftraggeber

Der Auftraggeber war ein mittelständiges Maschinenbauunternehmen der Investitionsgüterbranche. Das Unternehmen ist seit Jahren als Technologie- und Qualitätsführer erfolgreich. Der Patentschutz für ein Leitprodukt lief in zwei Jahren aus, und es war abzusehen, dass dann Billigkonkurrenten mit Kopien in den Markt treten würden.

Wegen der großen Bedeutung des Produktes hat das Unternehmen beschlossen, eine neues Produkt zu entwickeln, das die Führungsposition im Markt verteidigen sollte. Das neue Produkt sollte eine Weiterentwicklung des bisherigen Produktes sein mit neuen oder verbesserten Eigenschaften.

Das Projekt

Zur Entwicklung des neuen Produktes wurde ein Innovationsprojekt ins Leben gerufen, dessen Ideenphase etwa sechs Monate dauern sollte. Es wurde ein Kern-Team gebildet, bestehend aus Geschäftsführer, Marketing-Leiter, Produktmanager und ausgewählten Entwicklungsingenieuren. Wir erhielten den Auftrag, insgesamt sechs Workshops zu planen und durchzuführen, deren Ergebnisse entscheidungsreife technische Vorschläge für die Entwicklungsabteilung sein sollten.

Zunächst fanden drei halbtägige Suchfeldworkshops für Vertrieb, Entwickler und Kern-Team statt. Die Ergebnisse waren Kundenbedürfnisse und technische Vorgaben sowie Suchparameter für die Ideenfindung. Diese Information diente sowohl zur internen Klärung der Projektziele als auch als Input für das Drehbuch für die Ideengenerierung.

Der Ideenfindungsworkshop war mit eineinhalb Tagen angesetzt und fand im großen Kreis von etwa 30 Experten statt. Neben dem Kern-Team nahmen weitere Mitarbeiter aus Technik und Vertrieb sowie externe Experten teil. Das Ergebnis waren etwa 360 Rohideen, von denen zunächst etwa 100 in die engere Wahl genommen wurden. Diese wurden im Anschluss an den Workshop hinsichtlich ihrer prinzipiellen Eignung zur Erfüllung der Aufgabe vom Kern-Team geprüft.

In zwei halbtägigen Vertiefungsworkshops im Abstand von vier Wochen wurden die geprüften Ideen eingehend diskutiert und weiter auf zunächst sechs und schließlich drei gefiltert. Am Ende stand eine technische Spezifikation fest, die von der Geschäftsführung zur Entwicklung freigegeben wurde.

Das Ergebnis: ein neues Produkt

Nach etwa dreijähriger Entwicklungszeit, zu der auch aufwendige Sicherheitstests gehörten, hatte das neue Produkt Serienreife erreicht und konnte einen einzigartigen Kundennutzen vorweisen. Das neue Produkt wurde auf der Hannovermesse eingeführt, und wir wurden zur Premiere nach Hannover eingeladen.

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Übersicht der Projektbeispiele

Kompaktwissen Innovationsmanagement

Kompaktwissen Produktinnovation

Was ist ein Innovationsworkshop?

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Ein Innovationsworkshop ist eine moderierte Veranstaltung im Rahmen eines Innovationsprojektes. Dort werden Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickelt mit dem Ziel, den Umsatz zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Der Innovationsworkshop wird von einem Moderator oder einem Moderationsteam geplant und geleitet. Dadurch können sich die anwesenden Experten sich voll auf ihre Aufgaben konzentrieren. Dazu gehören ein genau abgestimmtes Briefing mit dem Auftraggeber und ein sorgfältig vorbereitetes Drehbuch. Seit der COVID-19 Pandemie werden immer mehr Workshops in der Online-Variante durchgeführt.

Ein Beispiel für einen Innovationsworkshop

Das Titelbild zeigt einen großen Innovationsworkshop mit etwa 50 Fachexperten aus zwei verschiedenen Unternehmen, die mit unserer Unterstützung Ideen für gemeinsame Innovationsprojekte entwickelt haben. An jedem Tisch sitzen zwei Designer oder Ingenieure eines Automobilherstellers und zwei Wissenschaftler oder Ingenieure eines Chemiekonzerns sowie ein Moderator von uns. Innovationsworkshops, an denen sowohl der Lieferant als auch ein Kunde teilnimmt sind bei uns eher die Ausnahme als die Regel, aber sie können aber zu besonders hochwertigen Ergebnissen führen.

Das Ergebnis dieses Workshops waren 16 Innovationsprojekte, die die zwei Unternehmen gemeinsam vorangetrieben und auf der Internationalen Automobilausstellung vorgestellt haben.

Ein Werkzeug für das Innovationsmanagement

Der Innovationsworkshop ist ein wichtiges Instrument für das Innovationsmanagement, denn der Innovations- oder Produktmanager kann damit alle wichtigen Meilensteine in seinem Innovationsprozess realisieren. Am Anfang steht ein Suchfeldworkshop zur Festlegung des Innovationsziels. Danach kommt ein Ideenworkshop, bei dem Ideen generiert werden. Darauf können mehrere Vertiefungsworkshops folgen, bei denen die potentialreichsten Ideen ausgebaut, bewertet und schließlich ausgewählt werden. Das Ergebnis sind entscheidungsreife Empfehlungen für die Präsentation vor der Geschäfts- oder Business Unit-Leitung.

Arten von Innovationsworkshop

Es gibt verschiedene Arten von Innovationsworkshop, den unterschiedlichen Bedürfnissen des Unternehmens entsprechen. Sie bewegen sich in der Teilnehmerzahl zwischen 4 und 60 Personen und dauern zwischen einem halben Tag und zwei Tagen.

Kundenworkshops

Der Kundenworkshop ist ein zentraler Baustein bei einer Open Innovation-Strategie. Hier lädt der Lieferant einen wichtigen Kunden ein, um gemeinsam Ideen für Innovationen zu entwickeln. Diese Workshops dienen nicht nur der Verwirklichung der Innovationsstrategie, sondern auch der Kundenbindung. Der Workshop in der Titelgrafik war ein solcher Kundenworkshop.

Ideenworkshops

In Ideenworkshops werden Innovationsideen generiert. Diese können für Erfindungen zum Patent, neue Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen, Prozessinnovationen oder Unternehmensstrategien sein. Für kleinere Projekte reicht das Output aus einem Ideenworkshop schon, um eine Auswahl zu treffen, für komplexere Aufgaben werden Vertiefungsworkshops durchgeführt.

Vertiefungsworkshops

Im Vertiefungsworkshop werden die Ideen ausgebaut, bewertet und ausgewählt. Bei anspruchsvollen Innovationsaufgaben kann mehr als ein Workshop erforderlich sein, da viele Informationen zu recherchieren und zu bewerten sind und die Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben können.

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Kompaktwissen Innovationsmanagement

Kreatives Denken für Kinder: Die Semantische Intuition

wissenshelm - semantische intuition

Semantische Intuition fördert die Kreativität

Die Semantische Intuition ist eine Kreativitätstechnik, die vielseitig einsetzbar ist. Sie eignet sich aber auch zum Üben des Kreativen Denkens – besonders für Kinder.

Für die Semantische Intuition braucht man einfach zwei Listen von Wörtern, die dann wahlfrei kombiniert werden, um Anregungen für Ideen zu liefern. Die Technik ist leicht zu lernen und macht zudem noch viel Spaß.

Zwei Wortlisten zum Üben

In der Tabelle unten stehen zwei Wortlisten mit jeweils 24 Einträgen. Die Übung besteht darin, ein zufälliges Wort aus der linken und der rechten Liste zu wählen und aus der Zusammensetzung beider Wörter eine Idee zu entwickeln. Was ist zum Beispiel …

  • ein Schulwischer?
  • ein Traumturm?
  • eine Omakiste?

Das Ganze wiederholt man dann, so oft man mag.

Wir wünschen viel Spaß mit der Übung!

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Anwendung der Semantischen Intuition in einem Kundenprojekt

Kompaktwissen Ideenfindung

Wie wir eine Idee beschreiben lassen

idee beschreiben IDEA

Damit im Workshop eine Idee bewertet werden kann, müssen die Teilnehmer sie verstehen können. Die Rohideen, die aus der Ideenproduktion kommen, sind dafür zu knapp beschrieben. Deswegen ist Ideen beschreiben die zweite Hauptphase im Innovationsworkshop.

Die vier IDEA-Perspektiven

Wir haben eine einfache Regel entwickelt, die als Leitfaden für die Bearbeitung von Ideen dient. Sie hat vier Komponenten, die zusammen den englischen Akronym IDEA bilden:

  • Idea: Eine Beschreibung der Idee selbst, damit andere verstehen können, was damit gemeint ist.
  • Disruptiveness: Welche Konflikte könnte diese Idee auslösen?
  • Execution: Was gehört zur Verwirklichung der Idee?
  • Attractiveness: Was macht die Idee attraktiv?

Die vier Dimensionen sollten in der Reihenfolge I – A – E – D behandelt werden. Zuerst wird die Idee selbst näher beschrieben. Als Zweites sollte die Attraktivität der Idee ausgeführt werden, denn nur, wenn eine Idee ausreichend attraktiv ist, lohnt es, sie weiter zu betrachten. Wenn diese Bereitschaft gegeben ist, erfolgt die Beschreibung der Implementierung der Idee. Wenn die Idee attraktiv und machbar ist, wird geprüft, wo sie anecken könnte. Innovative Ideen verstoßen oft gegen den Status Quo, und die Organisation muss dazu imstande sein, sich entsprechend zu ändern.

Sind alle vier Dimensionen ausführlich beschrieben, so kann eine Bewertung erfolgen, was das Risiko eines Bewertungsfehlers reduziert.

Idea

Der erste Schritt in der Ausarbeitung einer Idee ist die Beschreibung der Idee selbst. Ein gutes Verständnis einer Idee ist Voraussetzung für die anschließende Bewertung. Das Drehbuch für den Innovationsworkshop sollte eine Reihe von Fragen enthalten, die die Teilnehmer dabei unterstützt. Diese Fragen sind natürlich aufgabenspezifisch; sie sollten die wesentlichen Aspekte der Idee abdecken, die für eine Beurteilung notwendig sind.

Für Produktideen könnte man die folgenden Fragen verwenden, um diesen Aspekt der Idee zu beschreiben:

  • Wer ist die Zielgruppe für das Produkt?
  • Welches Kundenproblem wird durch das Produkt gelöst?
  • Wie funktioniert das Produkt?
  • Welche Besonderheiten hat das Produkt?
  • Welche Varianten hat das Produkt?
  • (Eine Anwendungs- oder Funktionsskizze)
  • Über welche Kanäle wollen wir das Produkt verkaufen?
  • Welche Positionierung soll das Produkt im Markt haben?

In einem kleinen Ideenworkshop nutzen wir das Idea Napkin zur Ideenbeschreibung. Es entspricht in etwa dem Idea-Aspekt.

Attractiveness

Der erste Anforderung an eine Idee ist, dass sie das gestellte Problem lösen kann bzw. das gestellte Ziel erreichen kann.

  • Welche Vorteile hat das Produkt gegenüber anderen?
  • Welches Kundenproblem löst das Produkt?
  • Wie dringend braucht der Kunde eine Lösung?
  • Welchen Nutzen hat das Produkt für uns selbst?
  • Wie groß ist der Markt?
  • Welchen Preis können wir erzielen?
  • Warum werden sich unsere Kunden für dieses Produkt begeistern?

Execution

Wenn sich die Idee eignet, das geforderte Ziel zu erreichen, muss untersucht werden, welchen Aufwand und welche Herausforderungen mit der Implementierung verbunden sind.

  • Wer bekommt die Verantwortung für die Weiterbearbeitung dieser Idee?
  • Welche Ressourcen sind zur Realisierung erforderlich?
  • Sind die notwendigen Ressourcen bei uns vorhanden?
  • Wie viel wird die Entwicklung kosten?
  • Wann können wir das Produkt am Markt einführen?
  • Was sind die wesentlichen Schritte zur Umsetzung?
  • Was müssen wir als Erstes tun?

Disruptiveness

Innovative Ideen stehen fast immer im Widerspruch zum Status Quo. Das kann ein Konflikt mit einer Verordnung sein, eine Änderung eines Geschäftsprozesses bei Unternehmenskunden oder eine Inkompatibilität mit der Organisation selbst sein. Dieses Disruptiveness (Störpotenzial) kann den Erfolg der Idee gefährden, und es muss abgeschätzt werden, ob sich der Aufwand zur Überwindung der Hürde lohnt.

  • Was müssen wir bei uns einführen/verändern/abschaffen?
  • Müssen wir über unseren eigenen Schatten springen?
  • Wer könnte gegen diese Idee sein?
  • Welche Konflikte bringt diese Idee mit sich?
  • Verstößt diese Idee gegen eine Regel, eine Norm oder eine Erwartung?
  • Wie müssen sich unsere Kunden ändern, um dieses Produkt einsetzen zu können?

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Kompaktwissen Ideenbewertung

Workshop zur Prozessverbesserung

 workshop zur prozessverbesserung

Prozesse optimieren

Prozessinnovation dient dazu, die Produktivität zu erhöhen und Kosten zu senken. Dadurch kann ein Unternehmen seine Profitabilität erhöhen und seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Ein Workshop zur Prozessverbesserung werden genutzt, um Produktivitätsverluste sichtbar zu machen, ihre Ursachen zu analysieren und Ideen zur Beseitigung der Ursachen zu entwickeln.

Symptome und Ursachen für Effizienzverluste sind gut erforscht, und es gibt hilfreiche Werkzeuge, um sie aufzudecken. Wir verwenden zum Beispiel einen Kartensatz mit den 30 wichtigsten Symptomen. Nach unserer Erfahrung zählen Medienbrüche und Leerlaufzeiten zu den am einfachsten zu behebenden Ursachen, während Bürokratie und überhöhte Komplexität viel schwieriger zu beseitigen sind, aber ein deutlich höheres Verbesserungspotential in sich tragen.

Projektbeispiel

Der Auftraggeber war ein international tätiger Technologiekonzern bei dem die Marktsituation in einem seiner Geschäftsfelder zu einem hohen Margendruck geführt hatte. Um in diesem umkämpften Markt konkurrenzfähig zu bleiben und profitabel zu arbeiten, wurde eine Reihe von Innovationsworkshops eingeführt, die an verschiedenen internationalen Standorten durchgeführt werden sollten. Ziel dieser Workshops war, Potentiale zur Steigerung der Prozesseffizienz aufzudecken.

Zephram erhielt den Auftrag, einen Workshop zur Prozessverbesserung zu konzipieren und an den unterschiedlichen Standorten des Kunden im In- und Ausland zu moderieren. Teilnehmer setzten sich zusammen aus Mitarbeitern vor Ort und Experten aus der Konzernzentrale und von anderen Niederlassungen. Auf diese Weise konnte Kenntnisse der lokalen Bedingungen mit Erfahrungen aus anderen Standorten kombiniert werden. Die Teilnehmerzahl lag zwischen 10 und 15 Personen, sodass zwei bzw. drei Team-Moderatoren erforderlich waren.

In den Workshops wurden unter anderem Analogien und Checklisten zur Produktivitätssteigerung eingesetzt. In den meisten Fällen wurden auch Betriebsbesichtigungen durchgeführt, um die komplexen technischen Dienstleistungen besser zu verstehen. Die Ergebnisse umfassten neben Verbesserungen am technischen Prozess auch Vorschläge zur besseren Organisation, Optimierungen der Verträge und Zusammenarbeit mit dem Kunden. Das beeindruckendste Ergebnis der Workshop-Reihe war die Entdeckung eines siebenstelligen Einsparpotentials durch Umstrukturierung eines Produktionsablaufes.

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Übersicht der Projektbeispiele

Kreatives Denken üben: Provokation

kreatives denken üben provokation

Die Provokationstechnik

Eine Provokation ist eine gezielte Verfälschung der Wirklichkeit mit dem Ziel, das Denken aus den gewohnten Bahnen zu heben, um so neue Ideen zu ermöglichen. Die Provokationstechnik ist eine der klassischen Methoden der Ideengenerierung. Sie liefert „verrückte“ Anregungen, die sich hervorragend eignen, um innovative Ideen zu finden. Die 15 Provokationen für Business-Ideen liefern dafür gute Beispiele. Die Technik eignet sich gut, um Kreatives Denken zu üben.

Die Provokationstechnik besteht aus zwei Schritten: einer Beobachtung der bekannten Wirklichkeit und der Provokation selbst. Zum Beispiel:

  • Beobachtung: In der Regel haben Polizisten unterschiedliche Vornamen.
  • Provokation: Alle Polizisten heißen Stefanie.

Die Kunst der Provokationstechnik liegt darin, gute Beobachtungen zu finden. Eine Beobachtung ist dann gut, wenn sie so selbstverständlich ist, dass man erst einmal darauf kommen muss. Das bedarf ein wenig Übung. Aus diesem Grund bereiten wir bei Kundenworkshops die Beobachtungen meistens vor. Die Bildung der Provokationen ist dagegen vergleichsweise einfach – nicht zuletzt, weil es dafür eine Checkliste gibt..

Zum Glück ist es einfach möglich, die Provokationstechnik zu trainieren. Dafür verwenden wir in Trainings und Seminaren immer die Ideenfindungsaufgabe, eine Idee für ein neues Kartenspiel zu entwickeln.

Übung: Ein neues Kartenspiel erfinden

Die Aufgabe lautet, Ideen für ein neuartiges Kartenspiel zu generieren. Die Übung hat drei Komponenten, die den unterschiedlichen Schritten der Provokationstechnik entsprechen:

  1. möglichst viele, möglichst vielfältige Beobachtungen zu finden,
  2. möglichst viele, möglichst interessante Provokationen daraus abzuleiten,
  3. aus den Provokationen möglichst gute Ideen zu erzeugen.

Bei dieser Übungsaufgabe liefert Teil 2 schon fast die Lösungen. Im Gegensatz dazu ist der Schritt von 2 nach 3 bei typischen Aufgaben aus der Praxis wesentlich anspruchsvoller.

Wir geben als Starthilfe jeweils zehn Beobachtungen und Provokationen vor. Die Beobachtungen stammen alle von „gewöhnlichen“ Kartenspielen.

Beispiel-Beobachtungen

  1. Das Ziel des Spiels ist, zu gewinnen.
  2. Die Karten liegen auf dem Tisch.
  3. Ein Spieler wird der Sieger.
  4. Die Spielregeln sind für alle gleich.
  5. Ich sehe die Karten, die ich auf meiner Hand halte.
  6. Ich bestimme, welche Karte ich ausspiele.
  7. Eine Seite der Spielkarten ist wichtig, die andere nicht.
  8. Jeder versteht die Bedeutung der Spielkarten.
  9. Alle Spieler sitzen im selben Raum.
  10. Die Spielregeln sind allen bekannt.

Beispiel-Provokationen

  1. Das Spiel hat kein Ziel.
  2. Die Karten sind verstreut im Raum.
  3. Zwei Spieler siegen gemeinsam.
  4. Für jeden Spieler gilt eine andere Spielregel.
  5. Ich sehe nur manche der Karten, die ich auf der Hand halte.
  6. Ein anderer Spieler bestimmt, welche Karte ich ausspiele.
  7. Ich kann wählen, welche Seite einer Karte wichtig ist.
  8. Manche Karten werden von keinem Spieler verstanden.
  9. Die Spieler befinden sich an unterschiedlichen Orten.
  10. Niemand kennt die Spielregeln.

Wer geübt ist, findet in zehn Minuten mindestens 30 weitere Beobachtungen und Provokationen!

Diese Übung macht Spaß und trainiert gleichzeitig einen wichtigen Aspekt des kreativen Denkens. Darüber hinaus entstehen dabei lustige Spielideen.

Weitere Übungsaufgaben

Wer Spaß an der Provokation hat, kann kreatives Denken üben mit den diesen Aufgaben:

  • Ideen für einen Polterabend/eine Geburtstagsfeier
  • Ideen für ein Science Fiction-Roman
  • Ideen für ein Kleidungsstück
  • Ideen für eine Urlaubsreise
  • Ideen für das Büro/die Schule

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Kompaktwissen Ideenfindung

Die Provokationstechnik

Kreatives Denken trainieren mit der Bleistift-Übung

Wie kreativ sind Sie? Der Erdbeerjoghurt-Test

Open Innovation – Kundenworkshop

kundenworkshop

Was ist ein Kundenworkshop?

Für Unternehmen im B2B-Geschäft bietet der Kundenworkshop die Gelegenheit, gemeinsam mit einem Kunden ein Innovationsprojekt zu starten. Kundenworkshops haben seit dem Open Innovation-Trend stark an Bedeutung gewonnen, denn durch sie hat der Gastgeber die Möglichkeit, die Pläne und Wünsche seines Kunden besser kennenzulernen und dadurch Ideen für zukünftige Produkte und Produktverbesserungen zu erhalten. Sie können je nach Projektumfang die Form eines Ideenworkshops oder eines Innovationsworkshops haben. Gleichzeitig sind Kundenworkshops ein Werkzeug der Kundenbindung, da sie die Bereitschaft des Lieferanten signalisieren, die Partnerschaft zu vertiefen.

Inhalt eines Kundenworkshops

In der Regel richtet der Lieferant einen Kundenworkshop aus und lädt einen (einzigen) Kunden dazu ein. Der Kunde kann aus zwei Gründen gewählt werden: weil er einen hohen Anteil am Umsatz des Lieferanten hat oder weil er fortschrittlich ist und daher von sich aus ein Interesse an Innovationen hat. Der Workshop dauert einen Tag (mehr sollte man seinen Kunden nicht zumuten), aber manche Unternehmen schließen einen weiteren Tag an, um die soeben erworbenen Erkenntnisse gleich weiter zu verarbeiten.

Für den Moderator ist eine intensive Vorbereitung erforderlich, da das Drehbuch Kenntnis sowohl der Produkte einerseits als auch deren Bedeutung für den Kunden voraussetzt. Entsprechend spezifisch sind auch die Methoden für die Ideenfindung und Ideenbewertung.

Projektbeispiel

Unser Auftraggeber war BASF, der die Zusammenarbeit mit einem wichtigen Kunden – einem Premium-Automobilhersteller – vertiefen wollte. Ziel des Auftragebers war, gemeinsame Entwicklungsprojekte mit dem Kunden ins Leben zu rufen, um Ideen für innovative Werkstoffe für Automobile zu generieren. Die eigenen Chemiker und Innovationsverantwortlichen sollten mit Designern und Ingenieuren des Kunden ins Gespräch kommen und auch über die Dauer des Workshops hinaus mit ihnen zusammenarbeiten.

Der Kundenworkshop dauerte zwei Tage und fand in einem ca. 800qm-großen Saal statt. Neben den Arbeitsbereichen gab es viele Exponate neuer Werkstoffe, und die Teilnehmer konnten auch ein Concept Car des Kunden bewundern. Jedes Unternehmen schickte 24 Mitarbeiter, und das Moderationsteam bestand aus einem Hauptmoderator, acht Team-Moderatoren und zwei Assistenten. Es gab acht Team-Tische mit jeweils drei Mitarbeitern von beiden Unternehmen und einem Team-Moderator.

Im Workshop wurden am ersten Tag mehr als 1800 Rohideen entwickelt, von denen 45 von Vertretern beider Unternehmen favorisiert wurden. Diese wurden am zweiten Workshop-Tag entsprechend ausgebaut und bewertet. Zu den Kriterien für die neuen Werkstoffe gehörten neben technischen Merkmalen auch Eigenschaften wie Emotionalisierung, Qualität, Sicherheit und Fahrkultur.

Im Anschluss an den Kundenworkshop haben wir das Innovationsmanagement für die Top-Ideen übernommen und die Experten beider Unternehmen dabei unterstützt, sie zu vertiefen. Wenige Monate später wurden sie in einer internen Messe dem Top-Management präsentiert. 

Kundenstimme zum Open Innovation-Workshop

Wir haben nach gemeinsamen Entwicklungsprojekten für die Anforderungen des Automobils der Zukunft gesucht. Mit Experten eines wichtigen Kunden generierten wir in zwei Tagen viele umsetzbare Ergebnisse. Die besondere Herausforderung war, nachhaltige Begeisterung und eine offene Kommunikation zwischen den Mitarbeitern beider Unternehmen zu schaffen.Zephram hat mit der systematischen Vorbereitung und Durchführung des Innovationsworkshops unsere Erwartungen übertroffen. Die Präsentation der Ergebnisse im Management war sehr erfolgreich. Besonders die Vorgehensweise und die Ergebnisse wurden gelobt.Zephram wird auch in Zukunft unsere Wahl für die Begleitung durch die ersten Innovationsphasen sein.

Stefan Milimonka, Global Key Account Manager, BASF SE

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Übersicht der Projektbeispiele

Kompaktwissen Innovationsmanagement

Ein Produktentwicklungsworkshop mit Kunde und Lieferant

Workshop: Produktideen entwickeln

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Der Produktideen-Workshop

Unser Produktideen-Workshop dient dazu, Ansätze für neue Produkte oder Produktverbesserungen zu entwickeln. Er bildet die zweite Station im Innovationsprozess und ist ein wichtiges Werkzeug für das Innovationsmanagement. Das Ziel ist, vielversprechende Ideen zu produzieren, die im nächsten Schritt des Innovationsprozesses weiter bearbeitet werden können.

Ein typischer Produktideen-Workshop dauert einen oder zwei Tage. Der prinzipielle Ablauf ist im wesentlichen immer gleich, allerdings unterscheiden sich die Ideenfindungsmethoden und Bewertungskriterien von Fall zu Fall erheblich. Neben dem Produkt- oder Innovationsmanager nehmen hauptsächlich Experten aus Entwicklung, Vertrieb und Marketing am Workshop teil.

Drei Arten von Produktideen-Workshop

Es gibt drei Arten von Workshop, die unterschiedlichen Kategorien von Produktinnovation bedienen.

Im ersten Fall ist der Fokus eng auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Produktkategorie beschränkt. Hier geht es darum, Detailvorschläge zu entwickeln, oft mit dem Ziel, Erfindungen zum Patent anzumelden. Aus der Sicht der Innovationsstrategie befindet sich die Workshop-Aufgabe in dem unteren linken Quadranten der Ansoff-Matrix.

Die zweite Variante des Produktideen-Workshops ist bezüglich der gesuchten Lösung offen, orientiert sich jedoch noch an den vorhandenen Kompetenzen des Unternehmens. Hier werden Ideen in allen vier Ansoff-Quadranten gesucht.

In der offensten Art von Produktideen-Workshop werden auch Möglichkeiten in Betracht gezogen, die jenseits der gegenwärtigen Kompetenzen des Unternehmens liegen. Hier kommen zum Beispiel auch Dienstleistungen, Kooperationen mit anderen Unternehmen und neue Geschäftsmodelle in Frage.

Projektbeispiel Autozulieferer

Der Auftraggeber

Unser Auftraggeber war Brose Fahrzeugteile, ein bekannter Zulieferer für die Automobilindustrie. Er hatte das Ziel, mit innovativen Produkten sich gegenüber Automobilherstellern stärker zu positionieren und neue Umsätze zu generieren. Die zu entwickelnden Produktideen sollten sich eng an den vorhandenen Kompetenzen des Auftraggebers orientieren.

Der Workshop

Wir haben einen eintägigen Ideenworkshop mit dem Auftraggeber durchgeführt. Wir haben im Vorfeld zum Workshop mit einem internetbasierten Ideenproduktionswerkzeug etwa 60 Rohideen entwickelt; im Workshop selbst kamen mehr als 500 weitere Ideen dazu. Am Workshop haben Entwicklungsingenieure, Marketing-Mitarbeiter und der Innovationsmanager teilgenommen. Wenige Wochen nach dem Workshop haben wir einen eintägigen Vertiefungsworkshop bei Auftraggeber durchgeführt. Dort haben die Teilnehmer die Ideen ausgewählt, die von ihrem Innovationsmanagement übernommen werden sollten.

Als Auflockerungselement haben wir ein Auto gemietet und im Workshop-Raum geparkt. Die Teilnehmer haben ihre Rohideen auf Haftzetteln geschrieben und an die entsprechenden Stellen am Auto geklebt. Diese Aktion hat viel dazu beigetragen, die Kreativität der Teilnehmer zu wecken.

Die Ergebnisse

Von diesen knapp 600 Rohideen haben die Teilnehmer etwa 30 Favoriten gewählt, die ein paar Wochen später in einem Vertiefungsworkshop weiter entwickelt wurden. Die Ideen wurden an Hand von Wertschöpfungs- und Innovationsgrad, Konkurrenzsituation, Kundennutzen, Marktpotenzial, sowie weiteren internen Kriterien bewertet und priorisiert. Das Ergebnis war eine Reduktion der Ideenmenge um die Hälfte. Die verbleibenden Produktideen wurden anhand der drei Kriterien Marktpotenzial, Umsatzrendite und Schwierigkeit der Implementierung gewählt. Die drei stärksten Ideen wurden im Anschluss an den Vertiefungsworkshop für eine Präsentation vor der Geschäftsleitung aufbereitet.

Ein Jahr nach dem Workshop durften wir unseren Auftraggeber im Werk besuchen. Er hat uns Prototypen gezeigt, die aus den Top-Ideen im Workshop entstanden sind.

Kundenstimme zum Produktideen-Workshop

Zephram überzeugte unser Team, dass die analytische und sequentielle Vorgehensweise eines Ingenieurs auf einen grundsätzlich chaotischen Prozess wie die Ideenfindung anwendbar ist.

David Rauschenbach, Brose Fahrzeugteile

Ideenfindung und Ideenbewertung

Um Produktideen zu entwickeln setzen wir fast immer die Analogietechnik und die Suchfeldmatrix ein. Wenn wir Denkblockaden überwinden müssen, verwenden wir die Provokationstechnik. Wenn wir die Fantasie unserer Gäste inspirieren wollen, kommt die Semantische Intuition zum Einsatz.

Die Kriterien für die Ideenbewertung sind weitgehend standardisiert. Sie gliedern sich in drei Gruppen: Kunde, Markt, und Unternehmen. Zu den kundenorientierten Bewertungskriterien gehören Nutzen, Wichtigkeit des gelösten Kundenproblems, Verfügbarkeit von Alternativen und Switching Costs. Die marktorientierten Kriterien umfassen Umsatzpotenzial, Marktdynamik und Konkurrenzsituation. Die Unternehmenskriterien sind beispielsweise Vorhandensein von Kompetenzen, strategischer Fit und innenpolitische Faktoren.

Komplexere und quantitative Bewertungskriterien wie TAM/SAM/SOM, Make or Buy oder Expected Commercial Value kommen im Ideenworkshop nicht zum Einsatz. Sie setzen Recherchearbeit und eine detaillierte Ausarbeitung der Ideen voraus und werden daher erst in der anschließenden Ideenbearbeitungsphase untersucht.

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Übersicht der Projektbeispiele

Kompaktwissen Produktinnovation

Ideen generieren mit Hieroglyphen

Selbst erstellte Sammlung von Hieroglyphen für die Verwendung in der Ideenproduktion

Die Zufallstechnik ist eine beliebte Methode für die Ideenproduktion. Sie eignet sich für einfache, offene Ideenfindungsaufgaben und lässt viele verschiedene Implementierungen zu. Ich bin neulich über eine kreative Variante der Technik gestolpert, die mit Hieroglyphen arbeitet. Hier liefern die Symbole alter ägyptischer Schriften die Anregungen für die Ideengenerierung.

Hieroglyphen stellen meistens erkennbare Gegenstände wie Menschen, Götter, Tiere und Werkzeuge dar; Es gibt aber auch viele Schriftzeichen, die für den modernen Menschen abstrakt wirken und damit verschiedene Interpretationen zulassen.

Das Internet liefert viele Bilder von Hieroglyphen, oder man kann mit ein bisschen mehr Aufwand eigene Grafiken herstellen, denn der Unicode-Zeichensatz enthält mehr als 1000 Piktogramme, und es gibt ein paar Schriftarten, die diese Zeichen implementieren. Das Titelbild wurde beispielsweise mit der Schriftart Aegyptus erstellt.

Auf welche Ideen zur Verbesserung von Kundenbeziehungen kommen Sie mit Hilfe der Symbole in der Titelgrafik?

Danke an Chuck Frey für den Hinweis.

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Liste aller Unicode-Zeichen mit Hieroglyphen

Kompaktwissen Ideenfindung