Rosinen picken (englisch: cherry picking) ist eine Methode zur schnellen Auswahl von Ideen durch eine Gruppe. Die Methode ist denkbar einfach: Jeder Teilnehmer wählt seinen persönlichen Favoriten und nimmt ihn mit. Die Voraussetzung für das Rosinenpicken im Ideenworkshop ist, dass die Rohideen einzeln auf Zetteln geschrieben sind und dass die Zettel für jeden zugänglich an Pinnwänden hängen.
Bei einem Online-Workshop geht es auch sehr leicht – jeder Teilnehmer nimmt einfach den entsprechenden virtuellen Haftzettel und setzt ihn an die dafür vorgesehene Stelle im virtuellen Whiteboard wieder ab.
Die Methode eignet sich für die Auswahl von Rohideen und bei einfachen Ideenfindungsaufgaben, bei denen der Geschmack eine große Rolle spielt. Ein Beispiel dafür ist die Namensfindung. Sie sollte dagegen nicht eingesetzt werden, um die endgültigen Ergebnisse einer komplexen Aufgabe zu bestimmen – in solchen Fällen werden anspruchsvollere Techniken benötigt. Der Grund dafür, ist dass eine aufwändige Bewertung berücksichtigt werden muss und dass oft ein Konsens über die Ergebnisse wünschenswert ist.
Die Provokationstechnik ist eine Ideenfindungsmethode, die darauf beruht, die bekannte Wirklichkeit in Frage zu stellen. Dies geschieht, indem man zunächst Beobachtungen über die reale Welt macht und anschließend diese Beobachtungen verfälscht. Diese verfälschte Wirklichkeit bildet dann den Ausgangspunkt für neue Ideen.
Science Fiction-Geschichten beruhen ebenfalls auf anderen Wirklichkeiten; Sie spielen in Welten, die sich von der uns bekannten Realität unterscheiden. So gibt es beispielsweise bei Star Wars Laser-Schwerte und Raumschiffe mit Hyperantrieb, und bei Star Trek gibt es den Teleporter und das Holodeck.
Es ist also naheliegend, die Provokationstechnik zu verwenden, um Ideen für Science Fiction-Geschichten zu gewinnen: Man nimmt eine beliebige Tatsache, die in unserer Welt gilt und verändert sie. Das Ergebnis ist die Voraussetzung für eine neue Fantasiegeschichte. Veränderungen können sein:
eine Übertreibung oder Untertreibung (Ersetze 10 durch 1 oder durch 100.)
eine Verfälschung (Ersetze kalt durch heiß.)
eine Umkehrung (Die Regierung wählt das Volk.)
etwas Bekanntes abschaffen (Es gibt keine Schwerkraft.)
Beispiel
Wir nehmen als Beispiel die folgende Beobachtung:
Eltern haften für ihre Kinder.
Hier sind ein paar Provokationen, die man daraus gewinnen kann:
Kinder sind für sich selbst haftbar.
Kinder haften für andere Kinder.
Niemand haftet für Kinder.
Kinder haften für ihre Eltern.
Eltern haften nur donnerstags für ihre Kinder.
Eltern haften für die Kinder anderer Eltern.
Herr Schmidt aus Bielefeld haftet für alle Kinder.
Die Haftung für Kinder wechselt jede Woche.
So etwas wie Haftung existiert nicht.
Man kann also selbst aus der einfachsten Alltagsbeobachtung mit ein wenig Fantasie interessante Provokationen entwickeln.
Provokationen zum Üben
Als Erstes gibt es ein paar Provokationen zur Übung; Was für eine Geschichte könnte man schreiben, wenn einer der folgenden „Fakten“ gelten würde?
Es gibt drei verschiedene Geschlechter.
Niemand kann eine Unwahrheit sagen.
Es gibt einen einzigen Menschen, der die Unwahrheit sagen kann.
Man kann Lebenszeit gegen Geld tauschen und umgekehrt.
Energie steht in unbegrenztem Umfang kostenlos zur Verfügung.
Die Gesetze ändern sich täglich.
Beobachtungen zum Üben
Als Nächstes gibt es ein paar Beobachtungen zur Übung; Welche interessanten Provokationen gibt es zur jeder Aussage?
Die Schwerkraft ist immer und überall gleich.
Je länger man lebt, desto mehr Erfahrung hat man gesammelt.
Pflanzen wachsen dort, wo sie gesät werden.
Der Tag hat 24 Stunden.
Wer die meisten Tore schießt, hat gewonnen.
Vögel fliegen.
Zum Schluss das Schwierigste
Die schwierigste Übung besteht darin, gute Beobachtungen zu finden; Sie sollten am besten so selbstverständlich sein, dass man gar nicht darauf kommt, sie auszusprechen!
Ideenfindung in der Produktinnovation ist eine ständige Notwendigkeit, um konkurrenzfähig zu bleiben und der Commoditisierung zu entgehen. Neue Features mit einem größeren Kundennutzen sollen dafür sorgen, dass das Produkt immer Alleinstellungsmerkmale besitzt und von der Zielgruppe gekauft wird. Die Attribute-Value-Matrix ist eine Suchfeldmatrix, die sich besonders für die Ideenfindung in der Produktinnovation eignet. Sie liefert Ansätze für neue Ideen, indem sie verschiedene Arten von Kundennutzen mit Aspekten des Produktes kombiniert.
Anwendung der Suchfeldmatrix
Die Attribute-Value-Matrix wird gebildet, indem Merkmale (Attribute) des Produktes in die Spaltenüberschriften und Kundennutzen (Value) in die Zeilenüberschriften eingesetzt werden. Für die Kundennutzen-Einträge wählen wir die PERFECT-Checkliste. Für die Attribute sind viele Variationen möglich. In der Titelgrafik wurden die Lebensphasen eines Produkte gewählt.
Jede Zelle der Matrix liefert nun eine Ideenfindungsfrage, zum Beispiel:
Feeling/Delivery:Wie könnten wir dem Kunden ein gutes Gefühl bei der Lieferung des Produktes geben?
Risk/Assembly:Wie könnten wir ein Risiko bei der Montage des Produktes verringern?
Convenience/Disposal:Wie könnten wir die Entsorgung des Produktes bequemer machen?
Jeder PERFECT-Eintrag lässt sich weiter verfeinern. Beispielsweise besteht Convenience unter anderem aus den Aspekten einfach (simple), bequem (comfortable), leicht zugänglich (accessible), ergonomisch (ergonomic) und verständlich (understandable). Damit erhält man Anregungen wie
Simple/Assembly: Wie könnten wir die Montage des Produktes einfacher machen?
Accessible/Storage:Wie könnten wir den Zugang zum Produkt bei der Lagerung verbessern?
Understandable/Maintenance:Wie könnten wir die Wartung verständlicher machen?
Wahl der Attribute
Für die Attribute gibt es sehr viele Möglichkeiten; Die konkrete Wahl hängt stark von der Aufgabenstellung ab. Ein einfacher Standardansatz ist die 8P-Checkliste, der aber für die meisten Anwendungen zu grob ist. Ein weiterer Standardansatz sind die Lebensphasen des Produktes wie in der Titelgrafik.
Die besten Attribute sind die, die das Produkt treffend charakterisieren. Bei einem physischen Produkt könnten dies Komponenten, Funktionen oder Anwendungssituationen sein. Bei einem Auto zum Beispiel:
Intensiver Wettbewerb zwingt Unternehmen zur Innovation. Heutzutage liegt der Augenmerk zunehmend auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, weil diese umfassendere Vorteile bieten als die Produktinnovation allein. Die Geschäftsmodellinnovation bringt aber große Herausforderungen mit sich, da viele Bereiche eines Unternehmens davon betroffen sein können. Dennoch setzen viele Firmen auf sie, weil sie eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und eine stärkere Marktposition verspricht. Wir haben mit einem Geschäftsmodell-Workshop einem Kunden geholfen, Ansätze für eine Diversifikation zu finden.
Eigenschaften des Geschäftsmodell-Workshops
Der Geschäftsmodell-Workshop ist anspruchsvoller als der Produktideen-Workshop. Er hat mehr Freiheitsgrade, und es gibt weniger bis keine Fixpunkte, nach denen wir uns in der Vorbereitung orientieren können. Ein Geschäftsmodell hat auch mehrere Komponenten, sodass jede Idee komplexer ist, als eine vergleichsweise schlichte Produktidee. Es müssen neben dem Produkt selbst Marktsegmente, Kundenbeziehungen, Kernaktivitäten und vieles mehr berücksichtigt werden.
Im Produktideen-Workshop bringt jeder Teilnehmer seine F&E-, Vertriebs- oder Marketing-Expertise für die Aufgabe mit. Im Gegensatz dazu ist ein neues Geschäftsmodell für viele Teilnehmer ein fremdes Thema, und sie fühlen sich weniger sicher.
Die Mr. X-Technik eignet sich für diese Ideenfindungsaufgabe, weil wir damit Vorbilder zeigen können. Wir verwenden selbstgebaute Karten, die einzelne Komponenten eines Geschäftsmodells beschreiben, zusammen mit einem Beispiel. Beim Spielen mit diesen Karten bekommen die Teilnehmer schnell Ideen, die sie versuchen können, auf die eigene Situation zu übertragen.
Ein Beispielprojekt
Unser Auftraggeber war ein mittelständisches B2B-Dienstleistungsunternehmen im Umweltsektor. Sein Markt war stark reguliert und bot kaum Entwicklungsmöglichkeiten. Darum suchte er Gelegenheiten zur Diversifizierung, um sich von dieser Einschränkung zu befreien und neue Umsätze zu generieren.
Wir erhielten den Auftrag, für einen Kreis von etwa 15 Teilnehmern einen eineinhalbtägigen Geschäftsmodell-Workshop durchzuführen. Ziel dieses Workshops war, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, die neue Angebote außerhalb des bestehenden Marktes ermöglichten. Diese Angebote sollten einerseits radikaler Natur sein, andererseits aber so weit wie möglich auf den vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen des Unternehmens basieren.
Neben der Mr. X-Technik haben wir vier weitere Ideenfindungsmethoden durchgeführt. Wir hielten die Provokationstechnik bei dieser Aufgabe für vielversprechend, aber sie kann für die Teilnehmer anstrengend sein. Wir haben sie also in einer Form präsentiert, die Spaß macht und die Stimmung auflockert:
Die Workshop-Teilnehmer waren mit den Bedürfnissen ihrer Kunden und den Trends in ihrem Markt vertraut. Deswegen konnten sie mit Anregungen dieser Art gut umgehen, obwohl die meisten davon sehr weit von ihrem derzeitigen Angebot entfernt waren.
Das Ergebnis des Workshops waren 20 Geschäftsmodellideen und 60 weitere Ideen. Von den 20 entwickelten Geschäftsmodellen waren 15 der Aufgabenstellung entsprechend radikal. Diese würden signifikante Neuerungen im Unternehmen erfordern, um erfolgreich umgesetzt werden zu können. Die Idee mit dem größten Marktpotential hatte ein Geschäftsmodell, das sich in jeder Hinsicht von dem unseres Auftraggebers unterschied. Die Geschäftsführung hat ein Rechercheprojekt genehmigt, und nach einer halbjährigen Testphase wurde ein Tochterunternehmen gegründet, um mit dem neuen Geschäftsmodell in den Markt zu gehen.
Die Bedürfnisse unserer Kunden sind immer unterschiedlich, und die Aufgaben in der ersten Innovationsphase sind vielfältig. Darum ist jeder Kundenauftrag für uns einzigartig. Die Innovationsprojekte reichen von einem halbtägigen Ideenfindungsworkshop, um Inspiration für neue Produkt-Features zu gewinnen bis zur mehrmonatigen Unterstützung beim Aufbau eines neuen Innovationsprozesses.
Auch die Ziele unserer Kunden unterscheiden sich von Projekt zu Projekt. Das Ziel jeder Innovationsbemühung ist letztendlich, Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Im Einzelnen kann das bedeuten, eine neues Geschäftsmodell zu entwickeln, die Kundenbindung zu stärken, den Umsatz zu erhöhen, die nächste Version eines bewährten Produktes zu erfinden und vieles mehr.
Auf dieser Seite beschreiben wir eine Auswahl der Projekte, die wie für unsere Kunden durchgeführt haben.
Produktinnovation
In einem Produktideen-Workshop hat ein Automobilzulieferer Ideen für zukünftige Produkte entwickelt, um neue Umsätze zu generieren und seine Position gegenüber Premiumhersteller wie BMW und Mercedes zu verbessern.
In einem Open Innovation-Kundenworkshop haben ein Chemiekonzern und ein Kunde – ein Premium-Automobilhersteller – zusammen Material-Innovationen für das Automobil der Zukunft entwickelt.
Ein Innovationsprojekt für ein neues Produkt hat für ein Maschinenbauunternehmen eine neue Generation eines marktführenden Produktes mit neuen Kundenvorteilen ermöglicht. Dies war notwendig geworden, weil der Patentschutz für das Produkt in Kürze auslief.
Bei einem Invention-on-Demand-Workshop entwickelt eine Entwicklungsabteilung in einem Tag technische Ideen, die die Basis für die nächste Produktgeneration bilden können. Diese Workshops werden vorwiegend von Konzernen aus der Investitionsgüterindustrie genutzt.
Zwei kooperierende Technologieunternehmen haben mit einem Workshop zur Produktentwicklung Ideen für gemeinsame Forschungsprojekte produziert, die die Entwicklungszeit des nächsten Modells verkürzen sollten.
Dienstleistungsinnovation
Unser Service Blueprint Workshop hat einem Software-Unternehmen geholfen, seine Dienstleistung für einen wichtigen Kunden zu verbessern.
Im Servitization-Workshop entwickeln produzierende Unternehmen Ideen für Dienstleistungen, die ihr Produktportfolio ergänzen. Dabei soll unter anderem die Frage beantwortet werden, „Ist es möglich, unsere Produkte ganz oder teilweise durch Dienstleistungen zu ersetzen?“
Prozesse optimieren
Wir haben einem Workshop zur Produktivitätssteigerung einer Zentralabteilung eines DAX-Konzerns geholfen, ihre Produktivität zu erhöhen und dadurch ihre Leistungsfähigkeit gegenüber anderen Abteilungen und Landesvertretungen zu erhöhen.
Mit einer Reihe von Workshops zur Prozessverbesserung konnte ein Kunde bei seiner technischen Dienstleistung für verschiedene produzierende Unternehmen die Kosten senken und die Produktivität erhöhen.
Seminare und Training
In unserem Seminar Ideenfindung zeigen wir die Methoden und Werkzeuge, die wir in unseren eigenen Workshops einsetzen. In einem Beispielprojekt haben wir Mitarbeiter eines Unternehmens aus der Werkzeugmaschinenbranche ausgebildet. In einem zweiten Beispiel haben Mitglieder einer IT-Abteilung eines Automobilherstellers das Seminar genutzt, um ihre Dienstleistung im Konzern besser vermarkten zu können.
Das Problem Solution Fit Seminar richtet sich an Gründerzentren an Hochschulen und Startup-Accelerators. Dort lernen Startup-Gründer die Basiselemente des Problem Solution Fit und wenden sie bei ihren eigenen Geschäftsideen an.
Langfristige Themen
Mit einem Strategie-Workshop hat ein Unternehmen aus der Gesundheitsbranche die Weichen für seine Zukunft gestellt. Den Anlass bildeten Neuerungen in der Gesetzgebung, Aktivitäten von Wettbewerbern und Änderungen in der Nachfrage.
Mit einem Zukunftsworkshop wollte ein weltweit tätiger Konzern langfristige Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln.
Andere Aufgaben
Ein international tätiger, technischer Dienstleister wollte eine große Ausschreibung von einem wichtigen Kunden gewinnen. Mit einem Workshop vor Ort in USA haben wir ihm geholfen, die wichtigste Verkaufsargumente zu formulieren. Wenige Wochen später gewann er den Auftrag.
Neue Geschäftsmodelle können Gelegenheiten zur Erweiterung des Angebotsportfolios und zur Erschließung neuer Marktsegmente aufdecken.
Für kleinere Aufgaben, die wenig Vor- oder Nachbereitung benötigen, eignet sich der Ideenfindungsworkshop, der oft nur einen halben Tag dauert.
Mit einem Workshop für die Innovationsstrategie hat unser Auftraggeber wichtige Mitarbeiter über eine neue Innovationsstrategie informieren und zugleich mit ersten Ideen zur Verwirklichung beleben.
Ein Kunde wollte eine strukturiertes Vorgehen für Innovationsideen einführen. Wir haben für ihn einen Innovationsprozess entworfen und in seiner Projektmanagement-Software implementiert.
In einem Ideenworkshop werden Perspektivwechsel durchgeführt, um Ideen zu generieren. Bei einer Aufgabenstellung zum Thema Produktivitätssteigerung bietet sich die Analogietechnik als Perspektivwechsel an, weil es sich um eine Aufgabe handelt, die von anderen bereits gelöst worden ist. Man kann also von den Erfolgen anderer lernen.
Hier sind fünf Situationen bzw. Teams, die eine hohe Effizienz erreichen:
Die Automobilproduktion
Eine Formel 1‐Pit Stop Crew
Ein Sondereinsatzkommando der Polizei
Eine Krankenhausnotaufnahme
Eine Profi-Sportmannschaft
Alle Beispiele eignen sich als Analogien in einem Ideenworkshop. Das erste haben wir ausgearbeitet, um zu zeigen, wie reichhaltig eine gute Analogie sein kann.
Analogie Automobilproduktion
Eine Industrie, die sehr hohe Produktivität hat, ist die Automobilproduktion. Es lohnt sich, eine Führung durch eine Automobilfabrik zu machen, um zu lernen, wie hoch die Prozesse optimiert sind. Wir haben 20 Beispiele ausgearbeitet, die zur hohen Effizienz einer Automobilfabrik beitragen. Manche lassen sich direkt auf andere Situationen übertragen, für andere ist eine gewisse Transferleistung erforderlich.
Es wird nicht mit der Arbeit an einem Auto begonnen, bevor fest steht, was für eines es werden soll.
Die benötigten Teile kommen genau rechtzeitig am rechten Ort an.
Die Lieferanten liefern die Teile zur richtigen Zeit und in der richtigen Reihenfolge.
Jeder Werker hat eine genau definierte Aufgabe.
Es gibt regelmäßige Überprüfungen des Arbeitsfortschrittes.
Problemfahrzeuge werden aus dem Prozess genommen, damit sie die anderen nicht aufhalten.
Probleme werden wöchentlich besprochen, um Vorbeugungsmaßnahmen für die Zukunft zu beschließen.
Jeder Montageabschnitt hat einen Verantwortlichen.
An jedem Arbeitsplatz gibt es arbeitserleichternde Werkzeuge.
Arbeitsfortschritt und Produktivität werden für alle sichtbar visualisiert.
Es gibt „Springer“, die eingreifen, wenn es einen Engpass gibt.
Jeder einzelne Arbeitsauftrag ist genau definiert.
Es gibt keine Schleifen.
Der gesamte Ablauf ist genau definiert.
Die Anlage wird regelmäßig gewartet.
Um Rüstzeiten zu vermeiden, werden Rohkarossen vor der Lackiererei zu gleichfarbigen Pulks zusammengefasst.
Die Fahrzeuge werden gekippt, damit die Werker leichter an die Unterseite rankommen.
Vor dem Produktionsstart eines neuen Modells werden die Mitarbeiter gründlich geschult.
Der Produktionsprozess wird ständig analysiert, um weitere Effizienzsteigerungen zu finden.
Spezialaufträge laufen neben dem normalen Prozess, um diesen nicht zu stören.
Der erste Schritt bei der Produktivitätssteigerung ist die Suche nach Symptomen für Produktivitätsverluste. Im Workshop setzen wir Checklisten mit typischen Symptomen und Ursachen ein, um den Teilnehmern auf die Sprünge zu helfen. Danach kann die Ideenfindung zur Beseitigung der aufgedeckten Ursachen erfolgen.
Hier sind 23 Beispielfragen aus unseren Checklisten, die verschiedene Blickwinkel auf Produktivitätsverluste enthalten.
Checkliste 1: Aufgaben und Prozesse
Welche Aufgaben haben Sie, die nicht wirklich wichtig sind?
Wo geht viel Zeit verloren?
Was ist zu umständlich?
Wann wird ein Projekt aufgehalten, weil eine Information fehlt?
Wann führen Missverständnisse zu Problemen?
Wann gibt es vermeidbare Doppelarbeit?
Wo gibt es Reibungsverluste?
Was wird zu oft oder in zu großem Umfang gemacht?
Welche Aufgaben sind deswegen teuer, weil sie jedes Mal anders sind?
Welche Aufgaben werden zu kompliziert gehandhabt?
Checkliste 2: Organisation und Struktur
Gibt es klare Verantwortlichkeiten für alle an einem Prozess/Projekt beteiligten Personen?
Von wem wünschen Sie mehr Unterstützung oder Eigeninitiative?
Wann entstehen Wartezeiten, weil ein Verantwortlicher oder eine Entscheidung fehlt?
Welche Meetings sind überflüssig oder könnten drastisch verkürzt werden?
Wann hemmt eine übergeordnete Instanz oder eine Schwesterabteilung Ihre Produktivität?
Wo gibt es einen überhöhten Abstimmungsaufwand?
Welche Entscheidungen könnten delegiert werden?
Welche Aufgaben werden von der falschen Person durchgeführt?
Was gehört Ihrer Meinung nach abgeschafft oder deutlich reduziert?
Was ist zu bürokratisch?
Checkliste 3: Perspektivwechsel
Welche Aufgaben, die andere von Ihnen erhalten, sind in deren Augen Bürokratie?
Stellen Sie sich vor, Sie würden ein Startup mit einem Konkurrenzangebot gründen. Was würden Sie anders machen, um schnell und flexibel zu sein?
Wenn Sie bei der Produktivitätsfee einen Wunsch frei hätten, was würden Sie anpassen, einführen oder abschaffen?
Prozessinnovationen können die Profitabilität erhöhen
Die Steigerung der Produktivität ist eine wichtige Aufgabe in jedem Unternehmen, weil sie einen unmittelbaren Einfluss auf die Profitabilität hat. Im Laufe der Zeit schleicht sich Bürokratie ein, und etablierte Regeln und Arbeitsweisen, die früher vielleicht sinnvoll waren, können irgendwann nicht mehr zeitgemäß sein. Aus diesem Grund kann sich ein Ideenworkshop lohnen, um die eigenen Arbeitsabläufe unter die Lupe zu nehmen um dann mit Prozessinnovationen Verbesserungen der Effizienz zu erzielen.
Projektbeispiel
Der Auftraggeber war eine Zentralabteilung eines DAX-Konzerns. Diese übte zusammen mit Kollegen in den Landesvertretungen weltweit eine Kernaufgabe im Geschäftsprozess aus. Weil die Anzahl und Komplexität der Arbeitsaufgaben in den letzten Jahren gewachsen war, suchte der Auftraggeber Maßnahmen, um die Produktivität in seinem Bereich zu steigern.
Zephram erhielt den Auftrag, einen Ideenworkshop zu planen und durchzuführen. Im Vorfeld wurden Telefoninterviews mit Mitarbeitern geführt, um Produktivitätsengpässe und andere Effizienzprobleme aus deren Sicht zu sammeln. Die Ergebnisse aus den Interviews flossen in den Workshop hinein.
Der Workshop wurde für zwei volle Tage konzipiert, und es haben 15 Experten aus der Zentralabteilung teilgenommen. Das Moderationsteam bestand aus einem Hauptmoderator und zwei Team-Moderatoren.
Der Ideenworkshop folgte einer Metapher aus der Medizin: Zunächst erfolgte eine Anamnese, wo Symptome für Produktivitätsengpässe erfasst wurden. Weil wir öfter Workshop mit diesem Thema haben, haben wir eine Frageliste ausgearbeitet, um Symptome aufzudecken. Danach kam eine Diagnose, um mögliche Ursachen für die Symptome aufzudecken. Schließlich kam der Therapievorschlag, bei dem Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen vorgeschlagen wurden.
Am ersten Vormittag wurden die Symptome erfasst. Dazu dienten Standardchecklisten, die verschiedene Erscheinungsformen von Produktivitätsverlusten abfragen. Am Nachmittag wurden dann für diese Symptome Diagnosen durchgeführt und mögliche Ursachen gesucht. Dabei halfen ebenfalls Standardchecklisten, die für die Teilnehmer als Anregung dienten. Der zweite Tag war komplett der Therapie gewidmet: Es wurden Ideen zur Beseitigung der Produktivitätsengpässe entwickelt und anschließend evaluiert und diskutiert. Dafür eignet sich die Analogietechnik sehr gut. Das Ergebnis waren 34 konkrete Vorschläge für Maßnahmen, die nach ihrem geschätzten Implementierungsaufwand und Potential zur Steigerung der Produktivität bewertet wurden.
Clustern ist die Gruppierung der Ideen nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Es findet im Anschluss an die Ideengenerierung statt und hat zum Ziel, die Menge an Rohideen zu strukturieren und so die Voraussetzung für die darauf folgenden Arbeitsschritte zu bilden. Das Ideen Clustern hat mehrere Vorteile, und seine Bedeutung wird oft unterschätzt. Wir setzen es in beinahe jedem Workshop ein – vom kleinen Ideenworkshop bis zum großen Innovationsworkshop mit 40 oder mehr Teilnehmern.
Vorgehen
Voraussetzung für das Clustern ist die Möglichkeit, die Ideen auszustellen. Dafür werden Pinnwände mit ausreichend Stellfläche benötigt. In einem typischen Ideenfindungsworkshop braucht man etwa eine Pinnwandseite für je zwei Teilnehmer.
Die Cluster-Überschriften werden schon in der Vorbereitungswoche auf Papierstreifen gedruckt und bereits vor Beginn des Workshops auf die Pinnwände verteilt. (Bei kleinen, informellen Workshops können die Cluster auch live vom Moderator geschrieben werden.) Die Workshop-Teilnehmer nehmen ihre Rohideen und pinnen sie unter der entsprechenden Überschrift an. Dabei werden Ideen-Dopplungen gleich zusammengeheftet. Ideen, die zu keiner Überschrift gehören, kommen in das Cluster Sonstiges.
Ideen clustern geht sehr schnell: es werden selten mehr als zehn Minuten dafür benötigt.
Der Online-Workshop hat den Vorteil, dass der virtuelle Whiteboard unendlich groß ist und deswegen nie Platzprobleme entstehen.
Die Ziele des Clusterns
Ideen clustern bringt Struktur in die Ideenmenge. Dabei werden mehrere Ziele verfolgt:
Übersichtlichkeit. Durch die thematische und räumliche Gruppierung wird die Menge der generierten Ideen für die Teilnehmer übersichtlicher.
Redundante Ideen. Dopplungen unter den Rohideen werden leichter entdeckt und eliminiert.
Neue Themen. Oft werden durch das Clustern neue thematische Zusammenhänge oder Schwerpunkte erkennbar.
Kombinationen. Es wird leichter, Ideen zu finden, die sich gut kombinieren lassen. Oft entstehen die besten Ideen durch eine Kombination von zwei oder mehreren Rohideen.
Konzentration. Teilnehmer können sich leichter auf spezielle Themen konzentrieren, für die sie beispielsweise besondere Fachkenntnisse besitzen.
Bei der Aufgabenstellung, Ideen zu entwickeln, die Produktion von Automobilen umweltfreundlicher zu machen, haben wir die folgenden Clusterüberschriften verwendet:
Bei der Suche nach Ideen für die Verkehrstechnik haben wir die Ideen nach der Kundennutzenperspektive geclustert. (Die Kunden unseres Auftraggebers waren Verkehrsbetriebe):
(Ideen zur) Erhöhung der Betriebssicherheit
(Ideen zur) Reduktion von Kosten
(Ideen zur) Erhöhung der Fahrplanflexibilität
Ein paar Tipps:
Wir nehmen immer ein paar Blanko-Streifen mit, weil die Teilnehmer auch Vorschläge für Clusterüberschriften im Workshop einbringen können.
Wir empfehlen die richtigen Moderationspins mit dem langen Kopf; Die einfachen Rundkopfnadeln, die Hotels oft zur Verfügung stellen, sind schwierig, handzuhaben.
Wir setzen das Ideen clustern meistens als letzten Arbeitsschritt vor einer Pause, weil die Teilnehmer ohnehin schon stehen und weil manche von ihnen gerne die ausgestellten Ideen etwas länger durchlesen möchten.