Studie zeigt: Offene Ideenfindung funktioniert kaum

Graham am Montag, den 08. März 2010

Robert Cooper und Scott Edgett (die für den Stage-Gate-Prozess bekannt sind) haben 18 Methoden zur Gewinnung von Produktideen verglichen. Ihr Artikel zeigt die Ergebnisse einer Umfrage unter 160 Unternehmen und heißt “Ideation for Product Innovation: What are the best methods?“.

Dieser Bericht wirft einige interessante Fragen auf; für mich am Wichtigsten waren aber die Erkentnisse zu externen Ideenquellen.

Die Öffentlichkeit um Ideen zu bitten ist zur Zeit eines der Modethemen in Innovationskreisen. Solches Crowdsourcing wird von einigen als Heiliger Gral der Ideengenerierung gesehen: man erhält Tausende von Ideen von einer diversen Gruppe von Menschen praktisch zum Nulltarif. Dies wird oft – aber dennoch fälschlicherweise – als “Open Innovation” bezeichnet. (Tatsächlich ist Open Innovation ein viel breiteres und tieferes Konzept.)

Cooper und Edgett zeigen im Artikel, dass die beiden Methoden dieser Art (die sie “External submission of ideas” bzw. “External idea contest” nennen) die geringste Wirksamkeit aller untersuchten Methoden aufweisen. (Sie waren übrigens auch die am wenigsten beliebten Methoden.)

Geschäftsideen sind überall

Graham am Mittwoch, den 10. Februar 2010

In Kürze fahre ich wieder in die Vereinigten Arabischen Emirate, um an der Universität einen Kurs über Kreativität, Innovation und Entrepreneurship zu geben. Während dieses Seminars helfe ich den Studentinnen, eigene Geschäftsideen zu entwickeln und zu bewerten. Die erfolgreichsten unter ihnen erhalten Startkapital von einer Stiftung, um damit ihr Unternehmen zu gründen.

Zur Generierung der Geschäftsideen setze ich natürlich verschiedene Ideenproduktionstechniken ein. Ich zeige den Teilnehmerinnen aber auch, dass sie von Geschäftsgelegenheiten umgeben sind, und dass es eigentlich genügen würde, ihr Umfeld aufmerksam zu beobachten. Zum Beweis zeige ich Artikel aus den Lokalzeitungen, die den Kern einer Geschäftsidee in sich tragen.

Hier ist ein Beispiel aus der Zeitung Gulf News (meine Übersetzung und Zusammenfassung):

How Do You Ask a Crowd For Ideas?

Graham am Montag, den 08. Februar 2010

Tim Kastelle writes a blog on innovation called Innovation Leadership Network. In a recent article called Filtering, Crowdsourcing and Innovation he discusses crowdsourcing for innovation. There he states that one of the conditions for success is that you must ask a question.

None of the crowdsourcing portals in the Internet that I know do this. Instead, they simply say, “Citizens of world, send us your ideas!” I agree with Tim that this is not a promising approach, and the many failed initiatives that are out there confirm this; they receive thousands of ideas, of which only a very small number – if any – are good enough to be implemented.

Tim’s article raises an interesting question for companies using idea portals, namely: “What question should we ask?” As anyone who facilitates ideation workshops knows, the more precise the question, the better the answers will be.

Wie findet man gute Analogien?

Graham am Mittwoch, den 20. Januar 2010

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Die Analogietechnik ist die vielseitigste Methode zur Generierung von Perspektivwechseln. Sie lässt sich leicht steuern, um beispielsweise eher naheliegende oder eher exotische Ideen zu produzieren oder um in der Anwendung eher einfach oder eher anspruchsvoll zu sein. Sie kann ein zuverlässiger Ideenlieferant oder ein risikoreiches Experiment sein. Aus diesen Gründen ist sie die von uns am häufigsten verwendete Art von Perspektivwechsel.

In ihrer klassischen Form läuft die Analogietechnik in den folgenden drei Schritten ab:

  1. Attribut: Was ist eine Eigenschaft der Ausgangssituation?
  2. Analogie: Wer oder was sonst hat diese Eigenschaft?
  3. Fremdlösung: Wie würde dieser die Aufgabe lösen?
  4. Übertragung: Wie könnten wir diese Lösung auf unsere Situation übertragen?

Die Technik kann an Hand der Aufgabe “Wir suchen Verwendungsmöglichkeiten für einen ehemaligen Kinosaal” erklärt werden:

  1. Attribut: Es handelt sich um einen größen, hohen Raum
  2. Analogie: Eine Kirche
  3. Fremdlösung: Gottesdienste, Musikproben

The Prize of Uniqueness

Graham am Sonntag, den 17. Januar 2010

In yesterday’s post I wrote about uniqueness and how it improves competitive position to the point of essentially becoming a monopoly. By coincidence, on the same day I discovered a very good example of this effect.

In this video, Charlie Rose interviews Spanish chef Ferran Adrià about his philosophy and his restaurant El Bulli near Barcelona. Adrià was recently voted the best chef in the world and is renowned for his highly individual, avant-garde approach to his profession.

One result of this is that El Bulli is perceived as a unique restaurant and, as a consequence, it is extremely difficult to obtain reservations. In 2010, the restaurant will be open for less than six months of the year on an average of only five days per week. Booking for 2010 opened in January, and, as the reservations page points out, seats for the entire year will probably sell out before the month is over. On the same page, the restaurant points out that processing the reservations will be slow, and makes no apology for this fact.

The Relationship-Competition Space of Innovation

Graham am Samstag, den 16. Januar 2010

One of our recurring tasks is encouraging clients to expand their innovation horizons. Companies often seem to want to restrict innovation projects to a comparatively narrow scope, which can severely limit their potential. For this reason, I am constantly looking for ways to motivate and visualise the wider range of possibilities that are available.

One such visualisation I call the “Relationship-Competence Space”, which is shown in the figure at the top of the article. This diagram shows a two-dimensional space spanned by the axes Product Competitive Basis and Relationship Intimacy. Each axis covers the range from the worst to the best possible situations to be in with respect to both attaining and retaining customers.

Eine einfache Methode für neue Produktideen

Graham am Donnerstag, den 14. Januar 2010

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Manchmal werden wir gebeten, im kleinen Rahmen bei der Ideenfindung zu helfen. Wo keine Zeit oder kein Budget für eine gründliche Aufgabenanalyse und Drehbucherstellung vorhanden ist, greifen wir in unseren Werkzeugkasten nach generischen Methoden, die sich schnell und ohne große Vorbereitung durchführen lassen.

Ein solche Methode für Produkt- oder Dienstleistungsideen lässt sich mit einer einfach zu erstellenden Liste durchführen. Diese Liste besteht aus Namen, die bekannte Produkte bzw. Produktvarianten charakterisieren. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Exklusiv
  • Sorglos
  • Flexi
  • Light
  • Basic
  • Premium
  • Professional
  • Eco
  • Junior
  • Platin
  • Sanft
  • Individuell
  • Komplett

Diese Namen werden wie Krawatten im Laden der Reihe nach “anprobiert”, um zu sehen, welche davon gefallen. Dazu werden sie einfach neben dem Namen des Suchenden bzw. dessen aktuellem Angebot geschrieben. Sucht beispielsweise der Hausmeisterservice Müller neue Angebote, sieht das Ergebnis wie folgt aus:

Ungewöhnliche Orte fördern den Ideenfluss

Graham am Montag, den 11. Januar 2010

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Eine unserer Regeln bei Ideenfabriken ist, sie außerhalb der gewohnten Arbeitsumgebung durchzuführen. Dies hilft unseren Kunden, ihre Alltagsgedanken hinter sich zu lassen und für neue Ideen offen zu sein. Noch besser ist es, wenn die Ideenfabrik an einem außergewöhnlichen oder sogar exotischen Ort stattfindet.

Die untenstehende Liste enthält eine Auswahl der Orte, die wir für Ideenfabriken verwendet haben:

  1. Eine frühere Reithalle
  2. Eine umgebaute Panzergarage
  3. Eine ehemalige preußische Festung
  4. Ein Ausstellungsstudio von Möbeldesignern
  5. Ein Zelt in einem Hafen
  6. Ein sanierter Getreidespeicher
  7. Ein Kloster aus dem 12. Jahrhundert
  8. Ein Fitness-Studio
  9. Ein Gesellschaftshaus aus dem Jahr 1828
  10. Ein Schloss aus dem 17. Jahrhundert
  11. Die VIP-Lounge eines Fußballstadiums
  12. Ein Flugzeughangar

Disruptive Innovation in zwei Minuten erklärt

Graham am Sonntag, den 10. Januar 2010

In diesem von UPS gesponserten Video erklärt Mike Masnick von Techdirt die disruptive Innovation in nur zwei Minuten.

Für Interessierte ist die beste Referenz immer noch The Innovator’s Dilemma, von Clayton Christensen.

Link zum Video bei YouTube.

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15 Business-Provokationen

Graham am Samstag, den 09. Januar 2010

Manche Ideenfindungsaufgaben bestehen darin, unbewusste Annahmen zu durchbrechen, um zu sehen, ob das Ergebnis (eine “Provokation” in der Sprache des Idea Engineering) zu einer nützlichen Idee führt.

Hier sind 15 Provokationen für ein Unternehmen:

  1. Führen Sie ein Projekt durch, bei dem Sie einen Verlust machen.
  2. Veröffentlichen Sie ein Betriebsgeheimnis.
  3. Verringern Sie die Qualität eines Produktes.
  4. Konzentrieren Sie sich auf Ihren am wenigsten profitablen Kunden.
  5. Sorgen Sie dafür, dass eines Ihrer Produkte veraltet.
  6. Missachten Sie die Wünsche Ihrer Kunden.
  7. Kannibalisieren Sie ein Produkt.
  8. Kündigen Sie einen Kunden.
  9. Stellen Sie jemand ein, der nicht zu Ihrem Unternehmen passt.
  10. Freuen Sie sich über eine Kundenbeschwerde.
  11. Beachten Sie die Benchmarks Ihrer Branche nicht.
  12. Widerrufen Sie eine Regel.
  13. Gestalten Sie eines Ihrer Produkte für einen Nicht-Kunden.
  14. Belohnen Sie einen Mitarbeiter, der einen Fehler macht.

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